Die Ursachen dafür sind nicht abschließend geklärt. Neben erblichen spielen auch psychische oder immunologische Faktoren eine Rolle. Die häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Im Gegensatz zum Morbus Crohn, bei dem Entzündungsvorgänge den gesamten Verdauungstrakt bis hin zur Mundhöhle betreffen, sind bei Colitis ulcerosa in erster Linie der Dickdarm und dessen Schleimhaut betroffen. Bei beiden Erkrankungen wendet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper und ruft die Entzündungsprozesse hervor.

Frühzeitige Behandlung kann helfen

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen haben viele Gesichter und sind für den Betroffenen sehr belastend und schmerzhaft: Durchfall, starke Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust bestimmen häufig den gesamten Tagesablauf. Darüber hinaus leiden einige auch unter schubartigem, schmerzhaftem Stuhldrang und Beschwerden, die sich im gesamten Körper zeigen: Schmerzen in der Wirbelsäule, Arthritis, Knochenschäden und die sogenannte Knotenrose, eine Entzündung des Unterfettgewebes.

Die Standardbehandlung mit Kortison hat leider Nebenwirkungen. In ihrer aktuellen Leitlinie Morbus Crohn empfiehlt deshalb die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), schon früh auch eine Therapie mit sogenannten Immunsuppressiva zumindest in Betracht zu ziehen. Diese Medikamente greifen direkt in die körpereigene Abwehr ein. Sie wirken vor allem bei Betroffenen mit ausgeprägten Entzündungen im Dick- oder Dünndarm und jungen Patienten. Ziel muss es jedoch sein, allen Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wirksam zu helfen.

Darmkrebsvorsorge als wichtiger Baustein der Behandlung

Eine wirksame Behandlung muss also einerseits das Leid der Patienten bestmöglich lindern. Es geht dabei aber auch darum, eine schwerwiegende Folge der CED vorzubeugen: dem Darmkrebs. Regelmäßige Darmkrebsvorsorge ist deshalb für diese Menschen besonders wichtig. Und auch Patienten selbst können zu einem Behandlungserfolg beitragen: So ist beispielsweise ein guter Ernährungszustand wichtig.

Ärzte und Ernährungsberater helfen dabei, einen Diätplan zu entwickeln, der sich in den Alltag einfügt. Und nicht zuletzt sollten Betroffene psychosozialen Stress vermeiden – regelmäßige Entspannung ist für sie wichtig. Ganz entscheidend ist bei alledem, dass die Patienten von einem qualifizierten Gastroenterologen beraten werden: Mit ihm gemeinsam gilt es, einen therapeutischen Weg zu) finden, der für jeden Einzelnen die beste Wahl ist.

Weitere Informationen: http://www.dgvs.de/leitlinien/