Herr du Mont, Sie engagieren sich für die Darmkrebsvorsorge. Wie kam es dazu?

Ich wurde von der Felix Burda Stiftung gefragt, und dadurch habe ich begonnen, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Mit Erstaunen habe ich dann festgestellt, dass Darmkrebs eine Krebsart ist, die sehr gute Heilungschancen hat, wenn man sie  nur früh genug erkennt. Da ich zu diesem Zeitpunkt auch die Altersgrenze erreicht hatte, ab der zur regelmäßigen Vorsorge geraten wird, habe ich mich dazu entschlossen, diese Untersuchung durchführen zu lassen.

Wie war „das erste Mal“?

Ich war in München das erste Mal zur Darmkrebsvorsorge, das ist mittlerweile schon über 15 Jahre her. Ich bin natürlich mit einem mulmigen Gefühl dahin gegangen. Vor Ort bekam ich dann diese wunderbare Propofol-Spritze und bin eingeschlafen. Kurz darauf bin ich wieder aufgewacht und habe den Arzt gefragt, wann er denn nun endlich mit der Untersuchung beginnen würde. Der antwortete dann: „Wie wäre es, wenn Sie aufstehen, denn draußen warten noch andere Leute – Sie sind fertig.“

Ich war positiv überrascht, denn die Darmkrebsvorsorge ist harmloser als eine Zahnsteinentfernung beim Zahnarzt. Umso mehr ist es eine Schande, dass nicht jeder ab circa 55 Jahren zur Vorsorge geht. Denn es ist zum einen völlig problemlos und schmerzfrei und kann einem zum anderen das Leben retten.

Männer tun sich in Sachen Vorsorge ja manchmal etwas schwer.

Das kann man getrost sagen. Aus diesem Grund finde ich es auch so wichtig, dass Männer darauf aufmerksam machen.

Warum ist das, Ihrer Meinung nach, bei Männern so?

Männer glauben immer, sie seien unsterblich, doch das ist leider keiner von uns.

Dachten Sie früher auch, Sie seien unsterblich?

Nein, aber man denkt über solche Dinge einfach nicht nach. In meiner Familie wurde ich auch nie mit dem Thema Krebs konfrontiert. Meine Mutter ist mittlerweile 93 Jahre alt, mein Vater ist auch über 90 Jahre alt geworden. Auch dadurch habe ich mich nie mit solchen Themen befasst. Und als ich dann doch anfing, mich damit zu befassen, habe ich schnell festgestellt, dass es völlig schwachsinnig ist, wenn man keine Vorsorge betreibt. Das gilt nicht nur für die Darmkrebsvorsorge. Man sollte einfach auf sich und seinen Körper achten. Als das Thema Krebs in mein Leben kam, habe ich mein Leben umgekrempelt.

Inwiefern?

Ich habe aufgehört zu rauchen, habe angefangen, mich gesünder zu ernähren, und mein Leben allgemein umgestellt. Das hat mir sehr gut getan.

Doch nicht nur die „jungen Wilden“ beschäftigen sich nicht mit dem Thema, auch ältere Männer tun sich schwer. Warum?

Nun, bei der Darmkrebsvorsorge geht es ja um eine Körperöffnung, die man nicht so gern öffentlich bespricht. Wir Männer sowieso nicht, aber das liegt auch daran, weil wir es nie gelernt haben. Frauen gehen zum Gynäkologen und kennen das, während wir Männer in dieser Hinsicht völlig aus der Übung sind, weil wir das nicht machen müssen. Und plötzlich sollen Männer sich hinten, durch den Po, untersuchen lassen. Das ist vielen sehr unangenehm, denken, es tut weh – es gibt diesbezüglich einfach unglaublich viele Klischees.

Doch ich möchte mich hier wiederholen: Zahnstein entfernen zu lassen, ist bedeutend unangenehmer! Und wenn es einem hilft, länger gesund zu leben, dann ist das eigentlich Argument genug!

Was würden Sie jedem (Mann) raten?

Regelmäßig zur Vorsorge zu gehen, denn keiner muss heutzutage an Darmkrebs sterben. Erkennt man Darmkrebs früh genug, ist er meist auch heilbar. Jeder sollte sich das ins Gewissen rufen und keine Sekunde zögern. Schließlich wollen wir alle leben.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: Darmkrebsvorsorge ist extrem wichtig, weil ... sie Leben rettet!