Etwa 180.000 Darmkrebserkrankungen konnten durch das sogenannte Screening verhindert werden.

Etwa 40 000 Kolonkarzinome wurden früher entdeckt, als dies ohne Vorsorgeuntersuchung der Fall gewesen wäre. Das bedeutet: Eine von 28 Darmspiegelungen verhindert Darmkrebs, eine von 121 macht eine Früherkennung, frühe Behandlung und oftmals Heilung möglich.

Viele Menschen sind davon überzeugt, dass ihr Wohlbefinden ganz entscheidend von dem abhängt, was sie zu sich nehmen.

Um Darmkrebs zu begegnen, müssen wir deshalb unsere Vernunft einschalten und zur Untersuchung gehen!

Für unser körperliches Wohlbefinden ist aber auch das „Bauchgefühl“ wichtig. In Deutschland leidet etwa jeder Fünfte häufig unter einem Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre oder wie der Volksmund sagt: unter Sodbrennen. Dies ist bis zu einem gewissen Grad normal, insbesondere nach dem Essen. Ist jedoch die Ventilfunktion des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Mageneingang gestört, fließt Magensäure auch dann in die Speiseröhre, wenn keine Speisen und Getränke unterwegs zum Magen sind. Das typische Brennen im Brustbereich ist die Folge.

Wer sich dadurch beeinträchtigt fühlt, sollte zum Arzt gehen. Denn bei etwa 30 Prozent der Betroffenen ist die Speiseröhre entzündet. Auch wegen möglicher Komplikationen ist die Behandlung der Refluxkrankheit sehr wichtig. In der Regel kann dies durch Medikamente wirksam therapiert werden. Manchmal lassen sich die Beschwerden auch auf anderem Wege lindern: Gelingt es etwa übergewichtigen Refluxpatienten, ihr Gewicht zu reduzieren, geht es ihnen oftmals besser. Und auch der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel und Getränke hilft häufig schon.

Einige verzichten auch auf bestimmte Nahrungsmittel, obwohl sie an keiner diagnostizierten Unverträglichkeit leiden. Die seriöse Abklärung einer Nahrungsmittelunverträglichkeit sollte stets durch einen Gastroenterologen erfolgen.

Andere Menschen wiederum ernähren sich ganz normal und wissen nichts von ihrer Erkrankung. So bleibt etwa eine Zöliakie oft lange unerkannt. Ausgelöst durch das Klebereiweiß Gluten in Getreideprodukten kommt es zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Klassische Symptome der Erkrankung sind Bauchbeschwerden, Verdauungsstörungen oder Durchfall. Aber auch rheumatische Beschwerden, Migräne oder Depressionen können Anzeichen einer Zöliakie sein. Den Betroffenen hilft nur der gezielte Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel aus Weizen, Dinkel, Gerste oder Roggen. Und zumindest sie profitieren von einer wachsenden Produktpalette, die Lebensmittelhersteller im Zuge der „Glutenfrei“–Bewegung auf den Markt bringen.

All diese Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, dass wir uns mit dem Thema Ernährung und Verdauung beschäftigen und auch die Krankheiten kennen, die damit verbunden sein können. Als Gastroenterologen möchten wir mit diesen Seiten einen Beitrag zu einem allgemein „guten Bauchgefühl“ leisten. Und – vor allem in Sachen Darmkrebsvorsorge – an die Vernunft der Leser appellieren. Im Gegensatz zu vielen anderen Krebsleiden ist Darmkrebs durch Vorsorge verhinderbar! Diese Chance sollten wir nutzen.