Wie er zurück ins Leben fand, lesen Sie im Interview.

Wie kam es dazu, dass Sie ein ICD-Implantat bekommen haben?

Dazu muss ich Ihnen kurz meine Krankheitsgeschichte erzählen. Ich hatte am 28.11.2011 einen Herzinfarkt. Obwohl es sehr schlimm war, ich 90 Sekunden tot war und sogar reanimiert werden musste, sollte ich – laut der Ärzte – keine bleibenden Schäden davontragen.

Wie ging es weiter?

Bei einer Herzkatheteruntersuchung hat mein Kardiologe festgestellt, dass ich eine Vernarbung am Herzen habe und meine Herzleistung bei nur noch 33 Prozent liegt. Zuerst wurde ich aufgrund dessen medikamentös neu eingestellt. Als es nichts nützte, legte mir mein Kardiologe nahe, mir einen ICD implantieren zu lassen.

Was genau ist ein ICD?

Ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator ist ein kleiner batteriebetriebener Computer, der unter der Haut implantiert wird. Neben dem Verhindern eines kritischen Pulsabfalls ist es die Hauptaufgabe des ICDs, schwerwiegende, auch lebensbedrohliche Formen von Rhythmusstörungen zu beenden und eine normale Herzschlagfolge wieder herzustellen.

Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Es gab nichts, was dagegen sprach. Ich bin alleinerziehender Vater, stehe noch mitten im Berufsleben und möchte mein Leben noch genießen und mir von meinem Herzen keinen Strich durch die Rechnung machen lassen. Ich werde noch gebraucht. Daher ist der ICD schon einmal eine gute Absicherung und das Home-Monitoring gibt mir zusätzlich ein sicheres Gefühl.

Was kann man sich unter Home-Monitoring vorstellen?

Home-Monitoring ermöglicht die Übertragung von Daten mittels einer Antenne im Implantat an einen Sender, ein schnurloses externes Gerät. Der übermittelt die Daten dann an den behandelnden Arzt. Falls also doch einmal etwas passieren sollte, weiß der Arzt direkt Bescheid und kann sofort eingreifen.

Wie wirkt sich Home-Monitoring in Ihrem Alltag aus?

Durch die telemedizinische Versorgung fühle ich mich sicherer, weil ich weiß, dass mein Kardiologe meine Herzwerte überwacht. Der kleine Sender, der neben meinem Bett steht, und der ICD schränken mich nicht ein.  

Und wenn Sie unterwegs sind?

Ich bin sogar viel unterwegs, weil meine Lebensgefährtin in der Schweiz wohnt. Das ist aber kein Problem. Ich packe mir den Sender in meinen Rucksack und stelle ihn abends bei ihr neben das Bett auf die Kommode – das ist alles sehr unkompliziert.

Wie lebt es sich mit der Erkrankung und mit dem Defibrillator?

Ich habe zum Glück keine Einschränkungen dadurch. Wenn ich einen Eimer Farbe in die vierte Etage schleppen muss, habe ich zwar schon Luftnot, aber das liegt wohl eher an der körperlich schweren Arbeit, nicht so sehr am Herzen. Ich arbeite Vollzeit, fahre Fahrrad, gehe schwimmen, in die Sauna, kümmere mich um meinen Sohn, gehe ins Fußballstadion, wo ich mich auch schon mal aufrege. Im Prinzip läuft mein Leben genauso wie vorher, nur dass ich jetzt eine kleine Narbe habe und durch den ICD ein bisschen wertvoller bin.