Wann und wie wurden Sie mit Hepatitis C infiziert?

Wie ich mich angesteckt habe, konnte nicht eindeutig festgestellt werden.

Das Medikament schaltet Virentypen aus und hindert sie daran, sich zu vermehren.

Vermutlich während längerer Operationen beim Zahnarzt. Bemerkt wurde die Infektion 2004 erstmals bei einer Routineuntersuchung.

Ich hatte nachhaltig erhöhte Leberwerte.

Eine Leberpunktion hat dann die Gewissheit gebracht, dass ich an einer chronischen Hepatitis C mit Genotyp 1b litt.

Haben Sie selbst Symptome der Krankheit festgestellt?

Ich war mal mehr, mal weniger müde und abgeschlafft. Aber da bewegt man sich im grauen Bereich. Das hätten auch andere Gründe, wie Belastung durch die Arbeit, sein können.

Wie haben die Ärzte dann therapiert?

Ich musste 48 Wochen lang jeden Tag mehrere Tabletten nehmen und einmal wöchentlich ein Mittel spritzen. Nebenwirkungen wurden sichtbar durch ein wenig Haarausfall und Gewichtsverlust.

Dennoch habe ich die Medikamente wohl vergleichsweise gut vertragen. Denn während einer folgenden vierwöchigen Reha lernte ich Patienten kennen, die wegen der Nebenwirkungen schon am ersten Tag nicht mehr in der Lage waren, selbst zu gehen. Die waren erstaunt, dass ich arbeiten konnte wie in normalen Zeiten. Ich hatte mich aber auch mit meinem Arbeitgeber abgestimmt.

Die psychische Belastung kommt jedoch hinzu. Ich merkte schon, dass mein Nervenkostüm angreifbarer war. Da machen Sie echt etwas durch. Die Belastung wird irgendwann immer stärker.

Welches Ergebnis hatte die Therapie?

Zuerst war die Virenlast nicht mehr nachweisbar, nach drei Monaten jedoch erneut. Laut Fachjargon war ich also ab sofort ein so genannter „Relapser”, jemand, der einen Rückfall erleidet. Die Chance einer zweiten Therapie gab es für mich nicht.

Ich blieb dennoch weiter in Behandlung. Die Viren hatten sich sozusagen in „eine kleine Ecke verzogen” und meine Lebensumstände nicht weiter beeinträchtigt. Ich habe mich dann darauf konzentriert, mich noch bewusster zu ernähren als vorher. Auf Alkohol und Rauchen zu verzichten. Regelmäßiger Sport hat mir außerdem geholfen.

Die Ärzte rieten mir außerdem, die weitere Forschung abzuwarten. Irgendwann sagte man mir, dass demnächst ein Quantensprung in der Entwicklung von Medikamenten zu erwarten sei. Man warte auf einen Durchbruch in der Wissenschaft.

Den haben Sie dann in einer zweiten Therapie erlebt?

Richtig. Im vergangenen Jahr hat man mich zwölf Wochen lang mit einem neuen Medikament behandelt. Aufgrund meines Genotyps passte ich in das neue Therapieschema. Ich habe täglich drei bis vier Tabletten genommen. Der Vorteil war, dass sie von den üblichen Nebenwirkungen befreit sind. Und man versprach mir, dass die Heilungschance bei 99 Prozent liegt.

Und jetzt sind Sie geheilt?

Ja, die Viren waren schon nach ein paar Wochen verschwunden. Das Medikament schaltet Virentypen aus und hindert sie daran, sich zu vermehren. Die Therapie war außerdem optimal, weil ich währenddessen keine Nebenwirkungen gespürt habe.

Wie geht es Ihnen jetzt?

Eine Last ist von mir gefallen. Im Hinterkopf hatte ich immer gefährliche Folgeerkrankungen der Hepatitis C. Ich fragte mich ständig, wann die wohl ausbrechen? Auch von diesen ständigen Gedanken bin ich jetzt befreit.