Es ist in den letzten Jahren in der Tat auch viel passiert. Bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, die lange Zeit in ihrer Entstehung sehr rätselhaft und daher in ihren Behandlungsmöglichkeiten nur sehr begrenzt und vor allem nicht kausal waren, haben sich durch die Aufklärung von Pathomechanismen neue Wege in der Therapie aufgetan.

„Der Darm selbst ist in das Zentrum der Forschung gerückt.“

Neue Therapieansätze helfen Betroffenen

Die Antikörpertherapie ist heute bei vielen Patienten Standard und führt zu anhaltender Besserung. Die Erkenntnis, dass eine der möglichen Ursachen die Abwehrschwäche der lokalen Darmwand ist, lässt auf weitere neue Therapieansätze hoffen. Der Darm selbst ist gerade in den letzten Jahren in das Zentrum der Forschung gerückt. Waren früher bakteriologische Stuhluntersuchungen nur von Wert, wenn Durchfallerkrankungen vorlagen, haben heute genomische Untersuchungen an den Bakterien des Darms zu sensationellen Erkenntnissen geführt.

„Mikrobiota“ bringt neue Erkenntnisse

Unter dem Stichwort „Mikrobiota“ wird sich diese Forschungsrichtung expansiv weiterentwickeln und uns neue Erkenntnisse darüber bringen, wie und warum bestimmte Erkrankungen bei dem einen nicht, bei anderen sehr wohl möglich sind und durch welche Bakterien sie hervorgerufen werden, ohne dass notwendigerweise sofort eine klinische Symptomatik erkennbar ist.

Darmkrebsfrüherkennung fordert politischen Einsatz

Im Kampf gegen den Darmkrebs ist ein wichtiger politischer Fortschritt errungen worden. Die Politik hat als Folge aus den Diskussionen im Nationalen Krebsplan ein Gesetz beschlossen, das auch für die Darmkrebsfrüherkennung ein organisiertes Einladungsverfahren vorsieht. Derzeit sind intensive Bemühungen erkennbar, die Rahmenbedingungen dafür zu definieren. Dazu gehört auch, dass die Forderung nach Einführung der immunologischen Stuhlteste als niedrig-schwellige Angebote in der Darmkrebsvorsorge und -früherkennung immer dringlicher erhoben wird.

Ferner belegen inzwischen viele Studien, dass Männer früher gefährdet sind als Frauen, und untermauern daher die These, dass eine Flexibilisierung der Altersgrenzen für das Vorsorgeangebot unbedingt erforderlich ist. So zeigt sich wieder einmal, dass dem Forschergeist keine Grenzen gesetzt sind. Die Entwicklung bleibt spannend; sie wird letztlich dem Patienten zugutekommen.