Erkrankungen des Magens sind vielfältig. Welche sind die häufigsten Erkrankungen in Deutschland?

Am häufigsten ist die Gastritis, die Magenschleimhautentzündung. Sie kann akut oder chronisch sein. Bei beiden Formen besteht ein Schleimhautschaden. Die Art der Entzündung ist aber unterschiedlich. Während die akute Gastritis folgenlos abheilen kann, verändert sich die Schleimhaut zum Beispiel bei der chronischen Autoimmungastritis fortschreitend mit einem zunehmenden Rückgang des Drüsenkörpers.

Diese Form der Gastritis kann dadurch andere Erkrankungen bedingen wie zum Beispiel einen Vitaminmangel mit resultierender Blutarmut, Magenpolypen oder auch Magenkrebs.

Bestehen Beschwerden über mehrere Wochen oder treten diese über einen Zeitraum von circa zwölf Wochen immer wieder auf, so sollte eine Abklärung erfolgen.

Die häufigsten Ursachen für die akute Gastritis sind in Deutschland schleimhautschädigende Medikamente. Dazu gehören die Acetylsalicylsäure und entzündungshemmende Schmerzmittel, wie sie häufig bei Gelenk- und Kopfschmerzen sowie Rheuma eingenommen werden. Die Entwicklung einer chronischen Entzündung ist durch die Medikamente aber ebenfalls möglich.

Die Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori ist in Deutschland rückläufig, kommt aber immer noch bei circa 48 Prozent der Erwachsenen vor. Sie kann eine akute und eine chronische Gastritis verursachen. In der Folge kann es zu Geschwüren und Magenkrebs kommen.

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind glücklicherweise nicht so häufig wie die Schleimhautentzündungen. Sie haben dieselben Hauptursachen: Helicobacter pylori und schleimhautschädigende Medikamente.

Recht verbreitet ist der sogenannte Reizmagen, bei dem man keine Entzündung findet, die Patienten aber an ähnlichen Beschwerden leiden können wie bei Gastritis oder Geschwür.

Was sind typische Symptome für diese Erkrankungen?

Häufige Beschwerden können Oberbauchschmerzen, ein Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch sowie Übelkeit und Erbrechen sein. Sie können nicht nur bei Entzündungen, sondern auch beim Reizmagen auftreten. Bei stärkeren Schleimhautschäden wie auch bei Geschwüren kommt es gar nicht so selten zu Blutungen, die sich zum Beispiel durch einen pechschwarzen Stuhl erkennen lassen.

Gibt es einen Unterschied, der verdeutlicht, wann Betroffene an einer ernsten Magenerkrankung leiden und wann es gegebenenfalls nur eine Verstimmung ist?

Eine Verstimmung hält in der Regel nur kurz an. Bestehen Beschwerden über mehrere Wochen oder treten diese über einen Zeitraum von circa zwölf Wochen immer wieder auf, so sollte eine Abklärung erfolgen. Bemerkt man ein frühzeitiges Sättigungsgefühl und eine Appetitlosigkeit, eine Gewichtsabnahme oder Nachtschweiß, sollte man dies unbedingt mit seinem Hausarzt besprechen.

Die weiteren Untersuchungen werden dann in der Regel beim niedergelassenen Magen-Darm-Arzt durchgeführt. Zeichen der Blutung wie blutiges Erbrechen oder flüssiger Teerstuhl bedürfen der umgehenden Untersuchung.

Wie werden Magenerkrankungen in der Regel behandelt?

Das kommt natürlich auf die Ursache an. Bei Medikamentenschädigungen sollten die auslösenden Medikamente weggelassen und gegebenenfalls durch andere ersetzt werden. Säureblockierende Medikamente (Protonenpumpenblocker, PPI) können vor solchen Schäden schützen.

Die Helicobacter-pylori-Infektion kann durch Kombinationen von PPI mit Antibiotika in über 80 Prozent erfolgreich eradiziert werden.

Worin sehen Sie die größten Herausforderungen in der heutigen Gastroenterologie, und welche Ziele verbinden Sie mit der Zukunft?

Die Gastroenterologie ist eines der größten internistischen Fachgebiete mit dem breitesten Spektrum. Abgesehen von Magen- und Darmerkrankungen kümmern sich die Magen-Darm-Ärzte auch um Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse und Stoffwechsel. Neben der Behandlung von entzündlichen, autoimmunen, genetisch bedingten und Tumorerkrankungen muss auch eine Reihe von diagnostischen Methoden, allen voran die Endoskopie und Sonografie, beherrscht werden. Trotz aller Komplexität muss der Magen-Darm-Arzt sein Wissen kontinuierlich auf dem neuesten Stand halten. Das Ziel ist, neue Erkenntnisse und neue Therapiemöglichkeiten, die unseren Patienten unmittelbar nutzen, in der Versorgung umzusetzen.

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