Viele Menschen in den westlichen Ländern leiden unter der gastroösophagealen Refluxerkrankung. Schon länger behandeln sie Ärzte klassisch medikamentös mit Protonenpumpenhemmern (PPI), den sogenannten Magensäureblockern. Operativ kann der Arzt auch Anteile des Magens manschettenartig rund um den unteren Abschnitt der Speiseröhre nähen. Eine aktuelle Studie des amerikanischen Esophageal Institute in Atlanta hat jetzt außerdem die hohe Sicherheit eines vergleichsweise neuen Verfahrens bestätigt, bei dem der Mediziner ein Magnetband, welches eine schonende Alternative zu anderen Verfahren darstellt, von außen um den unteren Speiseröhrenschließmuskel legt. Über 10.000 Patienten sind bereits mit dem Magnetband behandelt worden.  Eine kürzlich erschienene Studie mit 3.200 Patienten hat den Erfolg der Therapie bestätigt. Ihr großer Vorteil: Es hat – gerade im Vergleich zu den herkömmlichen Verfahren – weniger Nebenwirkungen.“

Nebenwirkungen von Magensäureblockern

Diese können nämlich – vor allem bei PPI – teilweise erheblich negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Patienten haben. So bestätigt beispielsweise eine schottische Studie des vergangenen Jahres, dass Patienten, die mit PPI behandelt werden, Leberschäden vorweisen. Eine Studie aus Dänemark mit rund 250.000 Probanden bringt PPI mit dem Risiko in Verbindung, einen ischämischen Schlaganfall zu erleiden. Auch Knochenexperten warnen vor einer vermehrten Einnahme: Behandelte Patienten können infolge der Behandlung bei der Verdauung nicht ausreichend Kalzium aufnehmen und leiden unter Osteoporose und Knochenbrüchen.

Hinzu kommt ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem PPI-Gebrauch und der Erkrankung an Demenz. Dafür hatten Forscher AOK-Patientendaten in den Jahren 2004 bis 2011 von 73.679 Teilnehmern untersucht. PPI-Anwender hatten danach ein 44 Prozent erhöhtes Risiko, ihre geistigen Funktionen zu verlieren.

Wichtige Patientenaufklärung

Auch das Center for Cardiovascular Regeneration in Houston hat sich mit den langfristigen Folgen der Einnahme der Magensäureblocker beschäftigt. Die Wissenschaftler belegen diese generell erhöhten Risiken, kardiovaskulär, renal und neurologisch zu erkranken. Das renommierte „American Journal of Medicine“ rät nach einer umfassenden Analyse solch aktueller medizinischer Berichte daher dazu, eine Langzeittherapie mit PPI deutlich zu reduzieren.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang deshalb die Aufklärung unter den Betroffenen. Denn seit 2009 benötigen Patienten noch nicht einmal die Verschreibung durch den Arzt. Wie in den USA können die abhängig machenden Säureblocker inzwischen auch rezeptfrei in der Apotheke gekauft werden.