Die gesundheitlichen Probleme kamen für mich ziemlich überraschend. Innerhalb von Tagen baute ich körperlich ab. Schließlich konnte ich nur noch sitzen und liegen. In der Nacht auf den 17. März 2016 hatte ich einen Herzinfarkt, mir wurden vier Stents eingesetzt.

Im Gespräch mit meinem Arzt kam heraus, dass die Pumpleistung meines Herzens schlecht war. Sie lag bei 29 Prozent, normal wären 60 bis 70 Prozent. Dazu hatte ich lebensbedrohende Herzrhythmusstörungen.

Erst da habe ich die Dimension meiner Erkrankung verstanden. Meine ersten Gedanken waren: An der Abiturfeier meines Sohnes will ich teilnehmen! Und: Ich steige wieder aufs Rennrad!

Ich bin überzeugt, dass mir mein Wille, gesund zu werden, geholfen hat.

Mir wurde eine Defibrillatorweste verschrieben, um mich in der Reha vor dem plötzlichen Herztod zu schützen. Es bestand zudem die Hoffnung, dass sich die Herzleistung erholt und die Herzrhythmusstörungen wieder verschwinden. In der Reha trug ich die Weste rund um die Uhr. Ich machte gute Fortschritte und arbeitete aktiv mit.

Über den ersten Tag nach der Reha wundere ich mich noch heute. Es heißt ja immer, dass man es selbst spürt, wenn es einem schlecht geht. Aber das stimmt nicht. Ich fühlte mich an diesem Tag nämlich sehr gut, hatte gut geschlafen und gefrühstückt. Ich war alleine zu Hause, als plötzlich die Weste Alarm schlug: Ich hatte lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen und Atemnot.

Schließlich wurde ich von der Defibrillatorweste mit einem elektrischen Behandlungsimpuls geschockt, um den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen. Ohne die Weste wäre ich tot gewesen.

Heute trage ich einen implantierbaren Cardioverter-Defibrillator (ICD), der mich dauerhaft vor lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen schützt. Ich bin fit und fahre wieder Rennrad. Ich bin überzeugt, dass mir mein Wille, gesund zu werden, geholfen hat.