Unter Hämorrhoiden scheint jeder schon einmal gelitten zu haben – was ist das überhaupt?

Man schätzt in der Tat, dass circa 80 Prozent der Menschen mindestens einmal im Leben darunter leiden. Hämorrhoiden gehören allerdings zur normalen Anatomie des Menschen.

Es sind blutgefüllte Polster am Anfang des Analkanals, die ihn abdichten und der Feinkontinenz dienen. Erst wenn sie sich vergrößern, jucken oder bluten, kann man von einer Krankheit sprechen – korrekterweise von einem Hämorrhoidalleiden.

Wie entsteht dieses Leiden?

Gründe sind zum Beispiel Verstopfung, falsche Ernährung, Mangel an Bewegung oder zu lange Sitzungen auf der Toilette. Sie kennen das Phänomen, dass Menschen dort sogar gemütlich Zeitung lesen. Ideal für die Gesundheit wäre eigentlich, dass man den Darm in einer Hockstellung und nach circa einer Minute entleert. Starkes Pressen und lange Sitzungen erhöhen das Leiden.

Zu empfehlen sind beispielsweise Flohsamenschalen als Nahrungsergänzung.

Experten unterteilen in vier Schweregrade. Im Verlauf der Krankheit gibt es Schwankungen der Schweregrade. Hinzu kommen auch noch saisonale Veränderungen.

Das Leiden kann sich bei warmen Temperaturen verschlimmern oder wenn der oder die Betroffene vermehrt schwitzt.

Wie bekämpft man es am besten?

Zuerst einmal, indem der Patient die eben genannten Ursachen und daher vor allem die Darmträgheit vermeidet. Einen geschmeidigen Stuhlgang erreicht er durch ausreichend Flüssigkeit, Sport und ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung.

Möglich ist außerdem, Hämorrhoiden mit einer speziellen Lösung zu veröden.

In den meisten Fällen kennen Betroffene ja diese Tipps – und es fehlt die Disziplin, sie umzusetzen. In Bezug auf Ernährung ist es oft unrealistisch, dass Menschen ihre Gewohnheiten sofort umstellen. Viele wollen einfach nicht auf die Leckereien verzichten. Zu empfehlen sind deshalb als Nahrungsergänzung beispielsweise Flohsamenschalen aus der Apotheke, die Wasser binden. Die kann man theoretisch ein Leben lang einnehmen.

Welche Mittel helfen noch?

Gegen lästige Symptome wie Nässen oder Juckreiz können auch Salben oder Zäpfchen hilfreich sein. Diese Medikamente wirken mit einer örtlichen Betäubung. Andere hemmen die Entzündung oder verengen Gefäße. Enthalten die Salben Kortison, sollten sie nur über einen Zeitraum von einer Woche aufgetragen werden. Dauert das Leiden länger an, empfiehlt es sich, den Arzt aufzusuchen.

Besonders Blut im Stuhl ist ein sogenanntes Alarmsymptom.

Möglich ist außerdem, Hämorrhoiden mit einer speziellen Lösung zu veröden. Oder der Arzt schnürt sie mit einem Gummiband ab. Bei fortgeschrittenem Leiden kommen noch weitere Operationen in Betracht. Bei den klassischen Verfahren entfernt der Arzt die vergrößerten Hämorrhoidalpolster operativ. Unbehandelt kann das Leiden sogar zu Blutarmut führen und eine Transfusion notwendig machen.

Beim Thema Blut und Stuhl sollte man ja generell aufmerksam sein.

Richtig, gerade weil fast jeder Mensch von einem Hämorrhoidalleiden betroffen sein kann, ist es wichtig zu betonen, dass sich natürlich auch andere Ursachen hinter den genannten Symptomen verstecken können.

Besonders Blut im Stuhl ist ein sogenanntes Alarmsymptom. Im schlimmsten Fall weist Blut im Stuhl auf Darmkrebs hin. Eine Darmspiegelung ist bei Blutung immer sinnvoll, um eine genaue Diagnose zu stellen.

Hilfe bei Beschwerden mit Hämorrhoiden

 

Dem lästigen Leiden vorbeugen

  • Ernährung
  • Bewegung
  • Trinken
  • Toilettengang
  • Falsche Zurückhaltung

Ernährung

  • ballaststoffreiche Lebensmittel
  • Obst und Gemüse
  • Vollkornprodukte
  • Nahrungsergänzungsmittel wie Flohsamenschalen

Bewegung

  • langes Sitzen vermeiden
  • aktive Bewegung in den Alltag integrieren
  • Sport

Trinken

  • ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen
  • Idealerweise sechs bis acht Gläser Wasser
  • Alkohol vermeiden

Toilettengang

  • Pressen vermeiden
  • sanft drücken
  • lange Sitzungen vermeiden

Falsche Zurückhaltung

  • bei den ersten Anzeichen einen Arzt konsultieren
  • bei einer Nichtbehandlung verschlimmert sich das Hämorrhoidalleiden
  • richtige Diagnosen sind wichtig, um andere Erkrankungen auszuschließen