Auf der zentralen Großveranstaltung – in diesem Jahr auf dem Kröpcke in Hannover – unterstützten unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ zahlreiche Prominente wie Heinz Rudolf Kunze, Marquess oder Mary Roos das Thema Organspende musikalisch. Pavillons luden zum Dialog mit Experten, Transplantierten und Angehörigen von Organspendern ein. Daneben gab es außergewöhnliche Aktionen sowie ein attraktives Unterhaltungsangebot für Kinder. Die Schirmherrschaft übernahm der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, eröffnet wurde der Tag der Organspende von Sozialministerin Cornelia Rundt.

Thema war auch die Leber. „Ist dieses Organ so schwer erkrankt, dass es seine Funktion als Stoffwechsel- und Speicherorgan nicht mehr erfüllen kann, ist ein Überleben nur noch durch eine Lebertransplantation möglich“, betonte Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, bereits im letzten Jahr. Denn ohne die in der Leber produzierten Eiweißstoffe könne ein Mensch nicht überleben und auch die dort gebildete Galle sei zur Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und Giften unentbehrlich.

Schwere Schädigungen der Leber und die dann notwendige Transplantation können durch die Früherkennung vermieden werden. Dies kann über eine Testung der Leberwerte im Blut beim Hausarzt geschehen. Das ist notwendig, denn die Leber leidet still und verursacht bei einer Erkrankung keine eindeutigen Symptome. 

Wann ist eine Lebertransplantation notwendig?

Die Leberzirrhose, die sich aus chronischen Lebererkrankungen wie der Hepatitis entwickelt, wenn diese nicht rechtzeitig behandelt werden, ist die häufigste Ursache für eine Lebertransplantation. Aber auch bei akutem Leberversagen und Leberzellkrebs ist eine neue Leber die einzige Überlebenschance. Der Krebs darf dabei noch nicht zu weit fortgeschritten sein. Ursache solcher Erkrankungen können eine chronische Infektion mit Hepatitisviren, Gifte – darunter vor allem Alkohol, aber auch Medikamente – und in selteneren Fällen auch Gallenwegs-, Stoffwechsel- und  Autoimmunerkrankungen sein. 

Organspende oft einzige Rettung

Organspende für schwer Leberkranke die einzige Rettung Spenderorgane werden dringend benötigt. 2013 gab es 83 Lebendspenden der Leber und 884 postmortale. Eine postmortal gespendete Leber wird nach dem Hirntod des Spenders entnommen und transplantiert. Sie funktioniert in über 50 Prozent der Fälle nach fünf Jahren noch. Dabei hängt der Verlauf sehr stark  von der Grunderkrankung ab und auch vom körperlichen Zustand des Patienten ab. Bei der Lebendspende spendet ein gesunder Erwachsener zu Lebzeiten einen seiner zwei Leberlappen einem Kind oder Erwachsenen. Beide Lappen wachsen anschließend auf beinahe Normalgröße nach.

Organspendeausweis entlastet

Laut einer Repräsentativbefragung der  Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2013 sind  68 Prozent der befragten Bundesbürger zwischen 14 und 75 Jahren bereit, nach ihrem Tod Organe und Gewebe zu spenden. Angesichts einer so hohen Spendenbereitschaft erscheint es nicht einleuchtend, dass die Warteliste für Lebertransplantationen immer länger wird: Im Jahre 2013 gab es 967 Leberspender, 1.305 Patienten kamen neu auf die Warteliste für ein solches Spenderorgan.

Der Hintergrund: Nur 28 Prozent der Befragten, die Organe und Gewebe spenden würden, besitzen einen Organspendeausweis. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr 2012. Ein Ja zur Organspende im Organspendeausweis kann jeder ab dem 16. Lebensjahr geben, ein Nein bereits mit 14 Jahren. Es können auch bestimmte Organe von einer Spende ausgeschlossen oder die Entscheidung über eine Organspende an eine andere Person übertragen werden.

Führt man einen solchen Ausweis ausgefüllt bei sich, sorgt dies dafür, dass aus einem Spendewilligen tatsächlich auch ein Spender werden kann und er entbindet die Angehörigen von der schweren und leidvollen Aufgabe, in Zeiten der Trauer über ein Einverständnis oder die Ablehnung zur Organentnahme entscheiden zu müssen.

„Wir haben zwei Aufgaben im Bereich der Lebertransplantation“, stellt Prof. Manns für die Deutsche Leberstiftung fest. „Wenn Lebererkrankungen früh genug erkannt werden, können Transplantationen vermieden werden, deshalb setzen wir uns dafür ganz ausdrücklich ein. Es gibt aber viele Fälle, in denen die Erkrankung nicht mehr geheilt werden kann. Deshalb bitten wir alle, sich mit dem Thema der Organspende zu befassen und zu prüfen, ob sie mit einem Organspendeausweis Leben retten wollen“. 


Quelle: Deutsche Leberstiftung