Viele Rhythmusstörungen sind harmlos, die gefährlichen verlaufen jedoch oft beschwerdefrei und machen sich erst durch einen Herzstillstand oder einen Schlaganfall bemerkbar. „Vor einigen Jahren noch haben viele Kardiologen gedacht, dass Vorhofflimmern eine ungefährliche Rhythmusstörung sei, die man nicht weiter beachten müsse, solange sie nicht störe. Heute wissen wir, dass das ein großer Irrtum war. Studien zeigen, dass die Sterberate von Menschen mit Vorhofflimmern im Vergleich zu gleichaltrigen und gesunden Menschen doppelt so hoch ist. Rund jeder vierte Schlaganfall geht auf Vorhofflimmern zurück“, erklärt Professor Dr. Herbert Nägele, leitender Oberarzt am St. Adolf-Stift Reinbek, Hamburg.

Der Biomonitor übernimmt damit eine besondere Funktion bei der primärprophylaktischen Anwendung und Identifizierung von Hochrisikopatienten, die bislang unbemerkt an Vorhofflimmern leiden.

Weltweit ist Vorhofflimmern die häufigste Herzrhythmusstörung, 70 Prozent aller Erkrankten spüren jedoch nichts davon. Die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, nimmt mit steigendem Alter zu. Allein in Deutschland sind aktuell rund eine Million Menschen betroffen, mit stark steigender Tendenz. Unbemerkt und unbehandelt erhöht Vorhofflimmern das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Ein Drittel der Betroffenen trägt dauerhafte Schäden davon.

Kleiner Schutzengel ermöglicht eine zuverlässige Diagnose und hilft Schlaganfälle zu vermeiden

Ein Medizintechnikunternehmen aus Berlin hat jetzt einen kleinen, implantierbaren Herzmonitor (Abbildung Biomonitor) zur kontinuierlichen Erkennung von Herzrhythmusstörungen entwickelt. Der Biomonitor wird den Patienten oberhalb des Herzens unter der Haut implantiert und kann selbst kleinste Abweichungen im Herzrhythmus sicher und präzise erfassen. 

Sobald der Biomonitor Vorhofflimmern registriert, zeichnet er die Rhythmusepisode im EKG (Elektrokardiogramm) auf und übermittelt diese ohne Zutun des Patienten mittels Mobilfunktechnologie automatisch an das Home Monitoring Center des Medizintechnikunternehmens nach Berlin. Dort werden die Informationen direkt ausgewertet und auf einer sicheren Internetseite für den Arzt zur klinischen Beurteilung hinterlegt. Dieser wird innerhalb von 24 Stunden wahlweise per Fax, E-Mail oder SMS darüber informiert und kann die Daten zeitnah einsehen und beurteilen (Abbildung Arzt mit iPad). 

„Durch die kontinuierliche und zuverlässige Datenübermittlung werden wir Zeitzeuge der Rhythmusepisode und haben die Chance, rechtzeitig in die Patiententherapie einzugreifen, bevor der Patient einen Schlaganfall erleidet und dauerhaften Schaden nimmt“, erklärt Professor Dr. Nägele.

Neben der zuverlässigen Arrhythmieerkennung zur Vermeidung eines Schlaganfalls liefert der Biomonitor auch wichtige Hinweise zur Abklärung von wiederkehrenden Schwindel- oder Ohnmachtsanfällen.