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Es kann immer schlimmer werden. Zu wissen, wie sich Reflux entwickeln kann, ist Grund genug, endgültig einen Schlussstrich für Ihren angeschlagenen Magen zu ziehen. Wie erfahren Sie hier.

Refluxkrankheit? Nie gehört.

„Reflux“ aus dem Lateinischen heißt nichts anderes als „Rückfluss“: Das Sodbrennen entsteht, wenn saurer Mageninhalt nach oben in Richtung Speiseröhre aufsteigt, also „zurückfließt“.

Mehrere Faktoren spielen eine Rolle: die Säureproduktion im Magen, die individuelle Diät, Rauchen, Alkohol. Im Kern handelt es sich um ein mechanisches Problem. Ein Ringmuskel am unteren Ende der Speiseröhre bildet einen Verschlussmechanismus, den Ösophagussphinkter. Ist der Ringmuskel zu schlaff, fließt Mageninhalt wieder in die Speiseröhre zurück: „Sodbrennen“. Auch plötzliches Erbrechen, trockener Rachen und Schluckbeschwerden können Anzeichen von Refluxproblemen sein.

Wenn Mageninhalt in die Lunge gerät, kann es sogar zu weiteren organischen Komplikationen (zum Beispiel Schleimhautschädigungen) kommen. Wenn die Lebensqualität der Betroffenen deutlich beeinträchtigt ist, spricht man von einer Refluxerkrankung. Ab und zu mal ein bisschen Sodbrennen ist das eine, chronische Probleme sind etwas anderes – und müssen behandelt werden.

Wie wird behandelt? Einfach „weniger essen“?

Dabei gilt für Refluxprobleme, was für die meisten Gesundheitsprobleme gilt: Wenn wir gesünder leben würden, hätten wir weniger davon. Und natürlich haben Komplikationen rund um den Magen und die Speiseröhre viel mit Ernährung zu tun. Das Problem: Die Ernährung wirklich konsequent und dauerhaft umzustellen, ist nicht leicht. Jedenfalls nicht so leicht, wie ein Medikament zu nehmen. Vor allem, wenn es Medikamente gibt, die man schnell bekommt – und die das Problem erst einmal einfach aus der Welt schaffen.

Aber natürlich bringt die medikamentöse „Lösung“ wieder neue Probleme mit sich: Erstens wirken sie nur symptomatisch und bekämpfen nicht die Ursachen. Zweitens bringen sie teils enorme Nebenwirkungen mit sich. Studien zum Langzeitgebrauch bestätigen Nebenwirkungen von Osteoporose bis Haarausfall, von Muskelschmerzen und Sehstörungen über Nieren- und Leberschädigungen bis zu generell erhöhter Anfälligkeit für Infektionen.

Da die gängigen Medikamente kurzfristig so erfolgreich sind, hat es vielleicht diese Langzeitstudien gebraucht, damit man sich wieder auf die Ursachenbekämpfung konzentriert. Die etablierte chirurgische Methode ist die Fundoplikatio, bei der ein Teil des Magens um die Speiseröhre gelegt wird. Das ist ziemlich erfolgreich, allerdings auch so aufwendig, wie es klingt; und auch bei erfolgreicher Therapie des Refluxes empfindet ein Teil der Patienten die Nebenwirkungen (Behinderung des Erbrechens, erschwertes Aufstoßen, Völlegefühl im Oberbauch) als belastend.

Eine neuere und anatomisch nicht verändernde Methode ist die magnetische Augmentation des unteren Speiseröhrensphinkters. Richtig gelesen: magnetisch. Das Prinzip bleibt das Gleiche, der defekte Verschlussmechanismus wird repariert. Nur besteht der Ring nicht aus einem Teil des Magens, sondern aus magnetischen Perlen. Der Ausgang der Speiseröhre schließt sich per Magnetismus, über 13.000 Patienten wurden so bereits behandelt. Wenn das nicht klingt wie die Zukunft.