Welche Lösung gibt es, wenn Medikamente nicht mehr ausreichen, um die Pumpleistung des Herzens zu verbessern?

Am häufigsten werden elektrisch betriebene Linksherz-Unterstützungssysteme eingesetzt. Sie leiten das Blut aus der Spitze der Herzkammer über einen Schlauch in die Hauptschlagader. Das Antriebskabel wird aus dem Körper herausgeleitet und mit einem Steuerungscomputer und einer Batterie verbunden. Moderne Systeme bieten eine akzeptable Lebensqualität, sie erlauben auch eine Entlassung nach Hause und können mobil mitgeführt werden.

Welche Alternativen gibt es?

Je nach Grad und Schwere der Erkrankung stehen verschiedenste Systeme zur Verfügung, darunter auch solche, die die rechte Herzkammer unterstützen oder das Herz vollständig ersetzen.

Wann kommt ein vollständiger Herzersatz zum Einsatz?

In sehr seltenen Fällen, wenn andere Therapieformen versagen. Grundsätzlich gilt für Kunstherzen und Unterstützungssysteme: Sie werden in aller Regel zur Überbrückung bis zu einer Herztransplantation eingesetzt, zunehmend auch als Dauertherapie, da nicht genügend Spenderorgane zur Verfügung stehen. Außerdem für Patienten, die aufgrund ihrer Begleiterkrankungen nicht transplantiert werden können. Zugleich können Unterstützungssysteme (aber nicht Kunstherzen) auch zur vorübergehenden Unterstützung des Herzens dienen, bis sich das eigene Herz wieder erholt hat.

Welche Erfahrungswerte gibt es über die Risiken der Operation?

Implantationen von Herzunterstützungssystemen und Kunstherzen zählen zu den großen herzchirurgischen Eingriffen. Auch die Auswahl des am besten geeigneten Systems erfordert große Erfahrung. Sie sollten daher in spezialisierten Zentren durchgeführt werden, die neuerdings von den Fachgesellschaften als  überregionale „Heart Failure Units“ ausgewiesen werden.

Ein Blick in die Zukunft: Welche Entwicklungen wird es auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren geben?

Im Laufe der Jahre sind die Systeme immer kleiner und leichter geworden, die meisten arbeiten mit einer Zentrifugalpumpe. Die Kabelverbindung aus dem Körper zum Antrieb der Pumpe birgt das Risiko von Infektionen. Deshalb wären Batteriemodelle wünschenswert, die über die Haut mittels Induktion aufgeladen werden können. Wann künstliche Herzpumpen dieser Art für Patienten zur Verfügung stehen werden, ist derzeit aber noch nicht absehbar.

Information

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.hdz-nrw.de.