Eine Herzschwäche – im Fachjargon Herzinsuffizienz genannt – gehört zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland. Das Herz schafft es nicht mehr, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen, sodass es zu einer Unterversorgung mit Blut und Sauerstoff kommt. „Obwohl jährlich rund 45.000 Menschen an den Folgen sterben und die Krankheit die Lebensqualität und Lebenserwartung der Betroffenen entscheidend verringert, ist ihr Ausmaß den wenigsten Menschen bekannt“, so Dr. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen e. V. (BNK).

Dies mag vor allem daran liegen, dass die Herzinsuffizienz meist ältere Menschen betrifft. Diejenigen, die an den Folgen der Erkrankung sterben, waren in der Vergangenheit im Durchschnitt etwa 85 Jahre alt. Da gerade zu Beginn der Erkrankung die Symptome eher unspezifisch sind, ist es jedoch wichtig, die Krankheit besser zu kennen und bei Verdacht gezielt zu fragen. Denn werden die auftretenden Symptome nicht behandelt, kann sich der Gesundheitszustand rasch verschlechtern.

Auf welche Symptome sollte man achten?

Eine chronische Herzschwäche entwickelt sich langsam, in der Regel über Monate oder Jahre. Fast alle Erkrankungen sind die Folge einer schon bestehenden koronaren Herzerkrankung oder eines Bluthochdrucks. Adipositas (Fettleibigkeit), Diabetes und familiäre Veranlagung erhöhen das Risiko.

Die medikamentöse Therapie kann das Herz entlasten und ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

Wer in dieser Hinsicht vorbelastet ist, sollte umso mehr auf bestimmte Symptome achten. Hierzu zählen Atemnot, Flüssigkeitseinlagerungen vor allem in den Füßen und Beinen und eine allgemeine Schwäche und Müdigkeit – anfangs nur bei schwerer, später schon bei leichter Anstrengung. Zu der verminderten Leistungsfähigkeit kommen Schlafstörungen durch nächtliche Hustenattacken hinzu. Den Alltag zu bewältigen, fällt Betroffenen zunehmend schwerer. Einschränkungen beim Sport und der Ausübung von Hobbys oder Freizeitbeschäftigungen müssen in Kauf genommen werden. Das belastet psychisch und löst bei vielen Kranken Depressionen und Ängste aus.

Die medikamentöse Therapie kann das Herz entlasten und ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern. Ganz wesentlich tragen das Vertrauen und die Mitarbeit der Patienten zum Therapieerfolg bei. Betroffene sollten über ihre Erkrankung, den möglichen Verlauf und die geplanten Maßnahmen umfassend von ihrem Kardiologen aufgeklärt werden.

Spezielle Versorgungsprogramme bei Herzinsuffizienz

Einen wichtigen Beitrag zur verbesserten Versorgung bei Herzinsuffizienz leisten auch speziell darauf ausgerichtete Programme des BNK in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen. In den Programmen CorBene 2.0 für BKK-Versicherte oder Barmer KardioExpert arbeiten niedergelassene Hausärzte mit Kardiologen eng zusammen und vermeiden damit unnötige Doppeluntersuchungen sowie Wartezeiten. Die optimal abgestimmte medizinische Versorgung kann so zu einer höheren Belastbarkeit und mehr Lebensqualität beitragen.

Weil hoher Blutdruck kein Warnsignal besitzt!

In Deutschland leidet laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) jeder Dritte unter Bluthochdruck. In der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen sind es sogar drei Viertel. Und doch ist es kein Problem allein der alten Generation, mittlerweile ist Hypertonie ein gesamtgesellschaftliches Problem und durchzieht alle Bevölkerungsschichten und Altersklassen.

Neben ungesunder Ernährung in Kombination mit Übergewicht hat Hypertonie nach Schätzungen mit den höchsten Anteil an der gesamten Krankheitslast im Land. Erhöhter Blutdruck steigert das Risiko für zerebrale und kardiovaskuläre Ereignisse wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. Das Fatale: 50 Prozent der Herzinfarkte und Schlaganfälle wären vermeidbar, wenn rechtzeitig etwas gegen einen zu hohen Blutdruck gemacht würde. Doch häufig wird die Hypertonie nur durch Zufall entdeckt. Tun Sie etwas dagegen!

Was Sie tun können, um Ihr Risiko zu senken
Das effektivste Mittel gegen Bluthochdruck ist eine gesunde Lebensweise. Für Patienten geht dies oft mit Änderungen im Lebensstil einher: Neue Dinge müssen ausprobiert, alte Gewohnheiten abgelegt werden. Dieser Prozess ist nicht immer einfach, aber er lohnt sich. Fangen Sie gleichzeitig an, regelmäßig Ihren Blutdruck zu messen, und achten  Sie dabei konsequent auf Genauigkeit wie beim Arzt. Studien haben herausgefunden, dass einer von drei Blutdruckpatienten falsch misst, was schlimme Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Ein paar Tipps

  • Messen Sie dreimal wöchentlich zur gleichen Tageszeit, immer am gleichen Arm.
  • Vor dem Messen fünf Minuten entspannt und ruhig sitzen, nicht rauchen, essen, Alkohol oder Kaffee trinken.
  • Die Manschette am entblößten Oberarm anlegen.
  • Manschetten beziehungsweise Handgelenkgeräte müssen immer auf Herzhöhe positioniert werden.
  • Während des Messvorgangs nicht sprechen, denn Sprechen erhöht den Blutdruck.

Bluthochdruck ist ein Gesundheitsrisiko, das sich minimieren lässt. Viele Faktoren, die helfen können, Ihr persönliches Risiko zu senken, liegen allein in Ihren Händen.