Lagern sich Kalk und Fette an den Gefäßinnenwänden ab, bilden sich sogenannte Plaques, die die Gefäße verengen. Es kann zu Durchblutungsstörung oder gar dem Verschluss eines Gefäßes kommen.

Zu den wichtigsten Ursachen gehören hohe LDL-Cholesterinwerte. Das Protein LDL (Low Density Lipoprotein) ist eine Art Transportvehikel, das wasserunlösliche Stoffe wie Fette im Blut transportiert. Mediziner sprechen bei zu hohen LDL-Blutfettwerten von einer Hypercholesterinämie. Als Faustregel gilt: Je niedriger die LDL-Werte, desto besser.

„Dieser Risikofaktor für Arterienverkalkung ist reduzierbar“, weiß Professor Dr. med. Matthias Weber, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). „Studien mit Cholesterinsenkern (Statinen) sowie zuletzt auch mit dem Medikament Ezetimib haben eindrucksvoll zeigen können, dass die Senkung des LDL-Cholesterins zu einer signifikanten Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse führen kann“, so der Experte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Die therapeutischen Möglichkeiten sind derzeit noch nicht ausgeschöpft.

„Ezetimib hemmt die Aufnahme von Nahrungscholesterin im Darm und kann zusammen mit einem Statin, welches die Neubildung von Cholesterin in der Leber blockiert, zu einer starken Absenkung des gefährlichen LDL-Cholesterins beitragen.“

Medizinische Leitlinien legen Zielwert fest

Basierend auf wissenschaftlichen Studien zur Lipidsenkung haben die Fachgesellschaften in ihren Leitlinien Zielwerte für das LDL-Cholesterin definiert. So sollen alle Patienten mit einem stark erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, mit sehr hohen LDL-Cholesterinspiegeln oder einem Diabetes einen LDL-Cholesterinwert von unter 100 mg/dl erreichen; bei Patienten, die bereits ein kardiovaskuläres Ereignis gehabt haben, liegt das angestrebte LDL-Ziel sogar bei unter 70 mg/dl.

Registerstudien zeigen aber, dass im Alltag nur weniger als die Hälfte der behandelten Risikopatienten die empfohlenen Zielwerte erreichen. Professor Weber ergänzt: „Leider lässt sich die LDL-Hypercholesterinämie mit Lebensstiländerung und gesunder Ernährung nur begrenzt positiv beeinflussen, sodass man oft auf medikamentöse Maßnahmen angewiesen ist.“

Neue Medikamente zur Blutfettsenkung

„Die therapeutischen Möglichkeiten sind derzeit noch nicht ausgeschöpft. Patienten werden überwiegend mit niedrigen oder allenfalls mittleren Statindosierungen behandelt. Es sollten mehr potente und hoch dosierte Statine eingesetzt werden, ebenso wie die Kombinationstherapie aus Statin und Ezetimib, um die empfohlenen Zielwerte zu erreichen.“

„Seit 2015 steht darüber hinaus mit den sogenannten PCSK9-Inhibitoren eine sehr vielversprechende neue Medikamentenklasse zur Verfügung, die zu einem verstärkten Abbau von LDL-Cholesterin führt und so den LDL-Cholesterinwert um bis zu 50 Prozent senkt. Dies ist besonders für Hochrisikopatienten, die mit den bisherigen Medikamenten ihren LDL-Zielwert nicht erreichen konnten, ein großer Fortschritt.“

Professor Weber merkt jedoch an: „Diese Medikamente sind teuer, und es stehen noch weitere Studienergebnisse aus, die bestätigen, dass sie ebenso wie die anderen LDL-senkenden Medikamente das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall reduzieren.“

Auch der Lebensstil ist wichtig

Bei einer weiteren Fettstoffwechselerkrankung, der Hypertriglyceridämie, die ebenfalls das Risiko für eine „Gefäßalterung“ birgt und die auch zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen kann, gehört dagegen eine Ernährungsumstellung zu den therapeutisch wirksamsten Maßnahmen. Diese Fettstoffwechselerkrankung tritt besonders häufig bei Typ-2-Diabetes-Patienten und bei Menschen mit metabolischem Syndrom auf.