Bis heute erkranken jedes Jahr über 70.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs, etwa 17.000 versterben an dieser Erkrankung. Die Heilungschancen sinken deutlich, wenn der Krebs erst spät entdeckt wird und wenn bereits Tumorzellen in die Lymphknoten und in den Körper gewandert sind.

Die gute Nachricht ist: Bis es dazu kommt, vergehen in der Regel mehrere Jahre. In dieser Zeit bleibt der Tumor zunächst auf einen kleinen Herd begrenzt. Etwa ab einem Durchmesser von einem Zentimeter lässt sich die Geschwulst oft ertasten. Selbst dann haben in vielen Fällen noch keine Krebszellen in die Umgebung gestreut.

Manche Frauen entdecken die Veränderung in der Brust selbst. In vielen Fällen spürt aber zuerst die Frauenärztin oder der Frauenarzt bei der Krebsfrüherkennung die Veränderung. „Ab einem Alter von 30 Jahren gehört zur jährlichen Früherkennungsuntersuchung offiziell auch das Abtasten der Brust und der Lymphknoten in der Achselhöhle.

Frauenärztinnen und -ärzte haben darin eine große Erfahrung und ein großes Können“, so der Frauenarzt Dr. med. Christian Albring aus Hannover, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Wenn ich eine Veränderung ertaste, kann ich mit dem Ultraschall diese Region zusätzlich untersuchen und dabei feststellen, wie dicht das Gewebe im Inneren der Veränderung ist, ob eine Kapsel die Geschwulst umschließt, ob der Rand glatt oder ausgefranst ist, ob die Umgebung entzündlich verändert ist.“

Dies alles gibt weitere Hinweise darauf, ob die Veränderung gutartig ist oder ob weitere Untersuchungen wie eine spezielle Röntgenuntersuchung oder ein MRT angeschlossen werden müssen, um einen bösartigen Prozess auszuschließen.

Die Ultraschalluntersuchung in der Frauenarztpraxis stellt auch bei dichtem Brustgewebe eine wichtige Hilfe dar, was etwa bei jeder dritten Frau auch in höherem Alter noch der Fall ist: Sowohl der Tastbefund als auch die Röntgenuntersuchung sind bei diesen Frauen nicht immer zuverlässig.

Einladung zum Mammografie-Screening wahrnehmen

Vom 50. Lebensjahr an wird außerdem jede Frau in Deutschland zur Teilnahme am Mammografie-Screening eingeladen. Dieses Screening ist derzeit im Gespräch, weil es selbst mit dieser sehr präzisen Diagnostik bisher noch nicht gelungen ist, die Zahl der Frauen, die an Brustkrebs sterben, spürbar zu senken.

„Dass weiterhin Krebserkrankungen erst zu spät erkannt werden, ist sehr unerfreulich“, so Dr. Albring. „Die Röntgenärzte müssten den behandelnden Frauenärzten eine Rückmeldung geben, wenn eine Frau dichtes Brustgewebe hat. Denn in diesen Fällen haben die Röntgenbilder nur eine begrenzte Aussagekraft.

Damit keine Tumoren übersehen werden, sollte die Mammografie hier durch einen Ultraschall ergänzt werden. Das erfahren die Frauenärzte aber nicht und so können trotz des Screenings immer wieder Brustkrebserkrankungen bis in fortgeschrittene Stadien unentdeckt bleiben.“

Doch jede Frau hat es selbst in der Hand, an dieser Situation etwas zu ändern: Wenn Frauen auch noch nach den Wechseljahren zusätzlich zum Mammografie-Screening weiterhin regelmäßig zur Krebsfrüherkennung mit der Untersuchung der Brust zu ihrer Frauenärztin beziehungsweise zu ihrem Frauenarzt gehen würden, dann wäre das ein wichtiger Schritt, den Brustkrebs erfolgreich zu bekämpfen.