Bei 25 bis 30 Prozent liegt ein familiäres Risiko für diese Krebserkrankung vor, das heißt, es gibt bereits Fälle von Darmkrebs in der Familie. Hierdurch erhöht sich das das Darmkrebsrisiko für alle direkten Verwandten.  Dies ist leider zu wenig bekannt. Auch, dass man dagegen etwas tun kann.  

Mein Sohn Felix erkrankte im Alter von 31 Jahren an Darmkrebs. Er starb zwei Jahre später, weil sein Tumor so spät entdeckt worden war, dass er nicht mehr geheilt werden konnte. Dass wir ein stark erhöhtes Risiko für Darmkrebs in der Familie haben und Felix zur Hochrisikogruppe für diese Tumorerkrankung gehörte, für die ganz andere Vorsorgeempfehlungen als für die Normalbevölkerung gelten, wussten wir nicht.

Niemand hatte uns darauf aufmerksam gemacht, kein Arzt jemals die Familiengeschichte für Krebserkrankungen erfragt. Hätte Felix, wie dies bei Hochrisikopersonen empfohlen wird, mit 25 Jahren seine erste Vorsorgedarmspiegelung gemacht, würde er heute noch leben und wäre gesund.  

Menschen, die an Darmkrebs erkrankt sind, müssen wissen, dass sich durch die eigene Erkrankung das Risiko für alle direkten Familienmitglieder erhöht, ebenfalls an diesem Krebs zu erkranken. Sie sind  es, die ihre Angehörigen am ehesten über das erhöhte Risiko informieren und sie zur Teilnahme an geeigneten Vorsorgemaßnahmen bewegen können. Denn: Auch bei Vorliegen eines erhöhten Risikos lässt sich das Entstehen von Darmkrebs verhindern. Man muss nur wesentlich früher mit der Vorsorge beginnen.

Wie kann ich feststellen, ob in meiner Familie ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs vorliegt? Eine verlässliche Auskunft gibt die Familienanamnese: Gibt es mehrere Fälle von Darmkrebs in der Familie, ist das Risiko für alle Blutsverwandten, also Eltern, Geschwister und Kinder, stark erhöht. Aber auch schon bei einem einzigen Fall von Darmkrebs oder Darmpolypen erhöht sich das Risiko für direkte Verwandte um das Zwei- bis Vierfache im Vergleich zum Risiko der Normalbevölkerung.

Ist Darmkrebs bei einem Familienmitglied bereits vor dem 50. Lebensjahr aufgetreten, besteht die Gefahr, dass der Krebs bei direkten Verwandten bereits im jungen Erwachsenenalter auftritt. Experten raten Angehörigen von Hochrisikofamilien, 10 Jahre vor der Diagnose des erkrankten Verwandten, spätestens jedoch im Alter von 40 Jahren, die erste Vorsorgedarmspiegelung zu machen.

Zwar sind  altersunabhängige Vorsorgedarmspiegelungen, wie sie bei Hochrisikopersonen notwendig sind, gegenwärtig keine gesetzlichen Leistungen, doch werden die Kosten dennoch von vielen Krankenkassen übernommen.  

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