So viele Menschen, wie beispielsweise in Rosenheim oder Weimar leben. Rund jeder dritte dieser Darmkrebsfälle ist durch eine familiäre Vorbelastung mit bedingt. Dieses hohe Risiko liegt immer dann vor, wenn direkte Verwandte (Großeltern, Eltern oder Geschwister) an Darmkrebs, Darmpolypen oder auch an einem bösartigen Tumor des Magens sowie der Gebärmutter erkrankt sind.

Rund vier Millionen Menschen in Deutschland haben ein derartiges familiäres Risiko. Sie erkranken meist früher als die Normalbevölkerung. Auch, weil sie oft nichts von ihrem Risiko wissen. Deshalb ist es gerade für junge Menschen wichtig, in der Familie nachzufragen. Denn schon bei einem Angehörigen mit Darmkrebs oder Krebsvorstufen (Adenomen) verdoppelt sich das Risiko für alle direkten Verwandten.

Gibt es sogar mehrere Fälle von Darmkrebs in der Familie oder ist der Krebs vor dem Alter von 50 Jahren aufgetreten, ist das Risiko für direkte Verwandte gegenüber der Normalbevölkerung um das Drei- bis Vierfache erhöht.

Das familiäre Risiko spielt also eine große Rolle für die Entwicklung von Darmkrebs. Darum ist es wichtig, dass in der Familie auch über das Thema Krebs gesprochen wird. Denn selbst bei Vorliegen eines familiären Risikos gilt, dass man das Entstehen des Darmkrebses durch rechtzeitige Vorsorge verhindern kann.

Die von der Familie geerbten Mutationen, dieses familiäre Risiko, kann man nicht durch einen gesunden Lebensstil ausgleichen.

Aktuell erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 3.390 Personen unter 50 Jahren an Darmkrebs. Dass Darmkrebs nur ältere Menschen betrifft, war also immer schon nur ein Klischee. Denn stets traf es auch diejenigen vor dem Alter von 50 Jahren – dem Beginn der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge –, die durch ein familiäres Risiko oder gar eine genetische Prädisposition einem höheren Risiko ausgesetzt waren, früher zu erkranken. Und es werden immer mehr!

In einer amerikanischen Studie der Universität Michigan kommen die Autoren sogar zu dem Schluss, dass die Rate der unter 50-jährigen Patienten, bei denen Darmkrebs erkannt wurde, in den USA bei 15 Prozent der Neuerkrankungen liegt. Auch für Deutschland gibt es nun beunruhigende Zahlen: Laut den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stiegen die Neuerkrankungen in der Altersgruppe der 20- bis 34-Jährigen zwischen 1995 und 2013 um 168 Prozent.

Diese von der Familie geerbten Mutationen, dieses familiäre Risiko, kann man nicht durch einen gesunden Lebensstil ausgleichen, sondern nur durch Wissen und Handeln begegnen.

Ein erster Schritt, um sein persönliches Risiko für Darmkrebs zu bestimmen, ist deshalb dieser Onlinetest der Felix Burda Stiftung. Der www.schnellcheck-darmkrebs.de sagt Ihnen, ob Sie ein Risiko und welches Risiko Sie haben, und empfiehlt die dementsprechend nächsten Handlungen.