Eine innovative Methode ermöglicht heute die Untersuchung des Blutes auf Tumorzellen und bietet damit gleich mehrere Vorteile.

Vereinfacht gesagt, hält man nach sogenannten zirkulierenden Tumorzellen Ausschau, um festzustellen, ob sich nach einer vollständigen Entfernung des Ersttumors erneut Tumorzellen im Körper befinden. In den 1990er-Jahren wurde diese Untersuchung noch manuell vorgenommen.

Heute erlaubt die Technik eine Analyse unter dem Mikroskop. „Das funktioniert prinzipiell wie bei der Messung eines Blutbildes“, erklärt Dr. Ulrich Pachmann, Geschäftsführer der SIMFO GmbH, die diese Methode mit ihrem Verfahren maintrac standardisiert hat. „Computergestützt untersuchen wir die Millionen von Zellen in der Probe auf das Vorkommen von Tumorzellen. Sie lassen sich an spezifischen Oberflächeneigenschaften erkennen.“ Mehrere Verfahrensschritte und die Analyse durch einen erfahrenen Zellbiologen sind dazu nötig.

Was früher weitaus langwieriger und weniger zuverlässig war, lässt sich heute innerhalb von vier Tagen durchführen.

Personalisierte Krebstherapie

Frühzeitige Gewissheit ist nicht der einzige Vorteil der mikroskopischen Rezidivprophylaxe. „Das Verfahren erlaubt uns auch, den Erfolg einer akuten Tumorbehandlung zu bewerten“, betont Pachmann. Denn unter dem Mikroskop zeigt sich die Entwicklung des sogenannten Resttumors. Nehmen die Tumorzellen ab, greift die Therapie. Ist das Gegenteil der Fall, können die behandelnden Ärzte bereits frühzeitig gegensteuern und alternative Therapiemaßnahmen ergreifen.

Besonders bei milden Langzeittherapieformen lässt sich erkennen, ob sie noch ausreichend effektiv sind. „Wir können also erstmals, ab dem Stadium der mikroskopischen Erkrankung, eine Erfolgskontrolle vornehmen, Effizienzaussagen bei Langzeittherapien treffen und analysieren, inwieweit Behandlungsmethoden wie etwa Chemotherapien im individuellen Fall akut greifen“, erklärt Pachmann. 

Feld der Zukunft

So erhält der Patient die für ihn maßgeschneiderte Behandlung. Ein Vorteil, der im gegebenen Fall Kraft spart, unnötige Belastungen vermeidet und die kostbare Zeit im Kampf gegen den Krebs effektiv ausnutzen lässt. Seit 2006 ist das Verfahren nach den höchsten für Chemiker geltenden Kriterien akkreditiert und erfüllt damit EU-weit die strengsten Qualitätsanforderungen. Insbesondere bei Brust- und Gebärmutterkrebs hat es sich verdient gemacht und wird von den gesetzlichen Krankenkassen immer häufiger im Rahmen der Regelversorgung übernommen.