Darmkrebs ist bei Männern und Frauen die zweithäufigste Krebsart. Jährlich erkranken in Deutschland circa 62.000 Menschen neu daran. Zugleich ist Darmkrebs eine „stille“ Krankheit. In den meisten Fällen gibt es keine Warnzeichen. Oft kommt die Diagnose unvermittelt und verändert das Leben von heute auf morgen.

Neben den gesundheitlichen Problemen leiden viele Darmkrebspatienten auch unter finanziellen Schwierigkeiten. Denn aufgrund der körperlichen und psychischen Belastung sind viele Betroffene von einem Tag auf den anderen berufsunfähig oder stehen vor hohen Zusatzkosten.

So auch Anja L.: Sie erkrankte im Alter von 30 Jahren an Darmkrebs. Der erste Verdacht einer Darmentzündung stellte sich als bösartiger Tumor heraus. Nach der OP galt sie als geheilt, das befallene Gewebe konnte vollständig entfernt werden. Doch sie war müde und erschöpft – wie viele Krebspatienten litt sie unter einer Art Burn-Out: „Ich hatte manchmal nicht einmal die Energie, mit meinem Kind zu spielen“, erzählt sie.

Um die Wundheilung nicht zu stören, konnte Anja L. ihren Sohn nach der OP nicht auf den Arm nehmen. Die notwendige Kinderbetreuung durch eine Tagesmutter kostete monatlich rund 300 Euro; auch ein neues Auto musste her, weil das alte kaputt war. Da sie in Elternzeit war, erhielt sie keine Unterstützung von der Krankenkasse, und das Einkommen ihres Mannes deckte nur die dringendsten Ausgaben ab. Bald waren vorhandene Rücklagen aufgebraucht. In dieser Zeit erhielt Anja L. finanzielle Unterstützung von der „patientenhilfe darmkrebs“: Schnell stellte die Initiative 1.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung. „Es war eine große Erleichterung zu sehen, dass es Menschen gibt, die wissen, dass es einem nicht nur wegen der Krankheit selbst, sondern auch aufgrund ihrer Auswirkungen schlecht gehen kann“, erinnert sie sich.

Foto: Felix Burda Stiftung

Früh entdeckter Darmkrebs ist zu fast 100 Prozent heilbar

Die gesetzliche Darmkrebsvorsorge setzt ab dem Alter von 50 Jahren ein. Für Anja L. zu spät. Grundsätzlich gilt: Jeder kann in jedem Alter Darmkrebs bekommen. Bestimmte Personengruppen haben aber ein erhöhtes Risiko. Neben dem Alter spielt auch die familiäre Vorbelastung eine Rolle: Wenn direkte Verwandte an Darmkrebs erkrankt sind, ist das Risiko, selbst zu erkranken, bis zu viermal höher. In diesen Fällen ist eine regelmäßige Darmkrebsvorsorge wichtig. Man weiß heute, dass sich ca. 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen aus zunächst gutartigen Vorstufen, sogenannten Darmpolypen, entwickeln. Die Entartung vom Darmpolyp zu Krebs kann rund zehn Jahre dauern. Daher kann Darmkrebs durch Vorsorgemaßnahmen nahezu komplett verhindert werden. Frühzeitig entdeckter Darmkrebs ist heute zu 90 bis 100 Prozent heilbar.

Information

Die „patientenhilfe darmkrebs“ ist eine gemeinsame Initiative der Felix Burda Stiftung, dem Netzwerk gegen Darmkrebs und der Stiftung Lebensblicke. Ihr Anliegen ist es, Spenden zu generieren, um in Not geratene Darmkrebspatienten mit einer einmaligen finanziellen Soforthilfe zu unterstützen.

Erfahren Sie mehr auf www.patientenhilfe-darmkrebs.de.