Der Grund dafür ist die demografische Entwicklung in unserem Land  – die Menschen werden immer älter und Krebs ist eine Krankheit des Alters. Mehr denn je ist es daher wichtig, dass wir uns für die Herausforderungen der kommenden Jahre in der Krebsbekämpfung wappnen. Eine unserer wichtigsten Waffen im Kampf gegen den Krebs ist die Forschung.

Ohne sie gibt es keinen Fortschritt, werden keine neuen Medikamente entwickelt, können keine neuen Diagnose- und Therapiestrategien erarbeitet oder Wege gesucht werden, wie man Krebs vorbeugen oder frühzeitig erkennen kann.

Die häufigste Krebsart des Mannes

Von den 500.000 Neuerkrankungen entfallen alleine 70.000 auf die häufigste Krebsart des Mannes, den Prostatakrebs. Auch hier mit steigender Tendenz – 2013 waren es noch 67.000 Männer, die diese Diagnose erhielten. Zum Vergleich: An zweiter Stelle beim Mann steht Darmkrebs mit „nur“ rund 35.500 Diagnosen. Die hohen Erkrankungszahlen verdeutlichen, dass es zwingend notwendig ist, die wissenschaftlichen Anstrengungen auf diesem Gebiet weiter zu intensivieren.

Es muss unser Ziel sein, zum einen verbesserte Früherkennungsmethoden zu entwickeln und zum anderen den Betroffenen die bestmögliche Therapie bieten zu können.

In diesem Sinne und um den künftigen Herausforderungen zu begegnen, hat die Deutsche Krebshilfe im vergangenen Jahr Prostatakrebs zu einem ihrer Themenschwerpunkte gemacht und zwei wichtige Projekte auf den Weg gebracht, die sie mit erheblichen, ihr aus der Bevölkerung anvertrauten, Spendengeldern fördert.

Das Krebsrisiko früh erkennen

Die sogenannte PROBASE-Studie befasst sich mit einem zen-tralen Thema der Prostatakrebsfrüherkennung, dem PSA-Wert, der die Menge eines ausschließlich im Prostatagewebe gebildeten Eiweißes abbildet. Bei Prostatakrebs kann der PSA-Wert erhöht sein. Die an der Studie beteiligten Ärzte und  Wissenschaftler wollen erstmalig das optimale Alter für die Bestimmung eines ersten Basis-PSA-Wertes und die besten Intervalle für weitere Untersuchungen feststellen.

Zukünftig soll ein spezielles, risikoadaptiertes PSA-Screening Männer, die ein hohes Risiko haben, in späteren Lebensjahren an Prostatakrebs zu erkranken, herausfiltern. Die Betroffenen können dann engmaschig überwacht werden. Eine ganz wichtige und weltweit erste Studie ihrer Art.

Die bestmögliche Therapie finden

Mit der PREFERE-Studie wird erstmals ein Forschungsvorhaben gemeinsam von der Deutschen Krebshilfe und den gesetzlichen sowie privaten Krankenversicherungen finanziert. Ziel der Studie ist es, die vier gängigen Behandlungsstrategien bei Prostatakrebs im frühen Stadium miteinander zu vergleichen.

Herausgefunden werden soll, ob die Methoden – das operative Entfernen der Prostata, eine Strahlenbehandlung, die sogenannte Brachytherapie, bei der winzig kleine Kapseln dauerhaft in die Prostata implantiert werden, die den Tumor von innen bestrahlen, und die aktive Überwachung – vergleichbar gut sind oder eine Therapie der anderen überlegen ist. Auf diese Weise soll die Frage nach der individuell besten Therapie eindeutig beantwortet werden.

Sich den Herausforderungen stellen

Vermutlich werden die Neuerkrankungszahlen in den nächsten Jahren zunehmen. Die Deutsche Krebshilfe stellt sich den künftigen Herausforderungen in der Krebsbekämpfung. Nach unserem Motto „Helfen. Forschen. Informieren.“ setzen wir uns  – auch gesundheitspolitisch – für die Interessen der Betroffenen ein, helfen Krebspatienten und ihren Angehörigen unmittelbar und werden auch die Krebsforschung weiter voranbringen, um die Diagnostik und Therapie weiter zu verbessern.

Und was uns auch ganz wichtig ist: die Krebsprävention – die Bevölkerung darüber zu informieren, wie man mit einer gesunden und aktiven Lebensweise das Risiko, an Krebs zu erkranken, senken kann. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre mit „Diagnose Krebs“. Ihr Dr. Fritz Pleitgen