Die gute Nachricht ist, dass wir zurzeit erhebliche Verbesserungen in der Behandlung erleben. Diese Fortschritte machen in Zukunft eine „intelligentere“ Therapie möglich, weil sie immer individueller auf den Patienten zugeschnitten ist. Denn jeder Mensch ist anders – und jeder Tumor auch. Wir schneidern die Therapien den einzelnen Patienten deswegen immer genauer auf den Leib.

Wir, das sind für die Diagnostik die im DVÄD (Dachverband Ärztlicher Diagnostikfächer) zusammengeschlossenen Ärzte der Radiologie, Pathologie, Nuklearmedizin, Laboratoriumsmedizin sowie Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Alle fünf Fachgruppen nehmen bei der Diagnostik und Therapie eine besondere, oftmals übersehene Stellung ein. Für viele Krankheiten existieren Screeningprogramme, mittels derer es möglich ist, rechtzeitig zu diagnostizieren und die erforderliche Therapie zeitnah einzuleiten. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind in der Krebsfrüherkennungsrichtlinie festgelegt.

Am bekanntesten ist das Mammografiescreening, das seit zehn Jahren anerkannt in Deutschland etabliert ist. Der Ablauf einer Screeninguntersuchung ist genau vorgegeben, die verschiedenen Maßnahmen zu Diagnostik und Abklärung erfolgen qualitätsgesichert in aufeinander aufbauenden Versorgungsschritten. Die anspruchsberechtigten Frauen (50 bis 69 Jahre) werden alle zwei Jahre schriftlich von den zentralen Stellen zur Screeninguntersuchung eingeladen. Die Mammografieaufnahmen werden innerhalb weniger Tage von zwei spezialisierten Ärzten, den Befundern, unabhängig voneinander beurteilt (Doppelbefundung). Bei unauffälligem Befund werden Sie innerhalb von sieben Werktagen schriftlich über dieses Ergebnis informiert und erhalten zwei Jahre später erneut eine Einladung zum Mammografiescreening.

„Fälle“, bei denen mindestens einer der Befunder eine Auffälligkeit feststellt, werden in der Konsensuskonferenz, einem Expertengremium verschiedener Facharzt-richtungen, gemeinsam beraten. Das Ergebnis der Konsensuskonferenz wird Ihnen innerhalb von sieben Werktagen nach Erstellung der Mammografie mitgeteilt und Sie befinden sich dann in einer engmaschigen Kette der Abklärungs- und Behandlungsdiagnostik. Zunächst werden nicht invasive Verfahren, also klinische Untersuchung, Ultraschalldiagnostik, mammografische Zusatzaufnahmen, gegebenenfalls auch eine Magnetresonanztomografie der Mamma, angewendet.

Besteht der Verdacht danach immer noch, erfolgt eine minimalinvasiv durchgeführte Abklärung mit Stanzbiopsien unter Ultraschallkontrolle sowie Stanz- und Vakuumbiopsien unter Röntgenkontrolle. Speziell fortgebildete Pathologen begutachten diese und sie werden in einer präoperativen multidisziplinären Fallkonferenz beraten. Sofern eine eindeutig bösartige Veränderung diagnostiziert wurde, erfolgt die Überleitung in die Therapie. Sie befinden sich dann nach kürzester Zeit in guter fachgerechter ärztlicher Behandlung, die gegebenenfalls durch psychologische Unterstützung ergänzt wird.

Deshalb unser Rat: Sorgen Sie für Ihre Gesundheit, nutzen Sie die vielfältigen Vorsorgeprogramme und begeben Sie sich in kompetente fachärztliche und psychotherapeutische Behandlung – und suchen Sie sich zur weiteren Unterstützung Rat in einer Selbsthilfegruppe.