Zudem bedeuten mehr unterschiedliche Wirkprinzipien, dass Ärzte einen wiederholten Angriff auf den Tumor starten können, wenn dieser gegen die vorangegangene Behandlungsform resistent – also unempfindlich – geworden ist und sich wieder ausbreitet. Bei einigen Arten fortgeschrittener Krebserkrankung konnten damit die Überlebenszeiten nach der Diagnose schon erheblich verlängert werden.

Ein wichtiges Entwicklungsfeld sind seit einigen Jahren die Immun-Onkologika. Das sind Medikamente, die nicht an den Tumorzellen selbst wirken, sondern stattdessen Immunzellen der Patienten so unterstützen, dass sie dann die Tumorzellen erkennen und gezielt angreifen. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Manche Medikamente – die sogenannten Checkpoint-Inhibitoren – wecken beispielsweise Immunzellen wieder auf, die vom Tumor zuvor durch bestimmte Botenstoffe in eine Art Ruhezustand versetzt worden waren.

Demnächst dürfte für einige Patienten mit bestimmten Leu-kämien oder Lymphomen noch eine weitere Form der immunonkologischen Behandlung dazukommen: die CAR-T-Zell-Therapie. Vor der eigentlichen Behandlung werden dem Patienten einige eigene Immunzellen entnommen und im Labor zu sogenannten CAR-T-Zellen „nachgerüstet“; diese werden ergänzt um ein Molekül, das die betreffenden Krebszellen erkennt. Nachdem die Zellen vermehrt und dem Patienten zurückgegeben wurden, können sie dann die Tumorzellen aufspüren und in vielen Fällen nachhaltig vernichten. Eine einzige Behandlung kann für Jahre wirken, allerdings gelingt das nur bei einem Teil der Patienten.

Die Zulassungen für erste Therapien dieser Art sind in Europa beantragt, zunächst allerdings nur für ganz bestimmte Behandlungssituationen bei einigen wenigen Krebsarten. Doch für einige andere Patienten sind solche Behandlungen ebenfalls in Entwicklung.

Wie die CAR-T-Zell-Therapie funktioniert, erklärt Dr. Johannes Wimmer im folgenden Video: