Biotechunternehmen in NRW engagieren sich für die Krebsforschung

Große Namen wie Bayer oder Janssen gehören seit Jahrzehnten zu den führenden Forschungsunternehmen in der Medizin. Auch die beiden größten deutschen Biotechnologieunternehmen Qiagen und Miltenyi Biotec haben ihre Heimat in NRW und Forschungsschwerpunkte im Bereich der Krebsdiagnostik beziehungsweise Krebstherapie. Immer mehr kleine, innovative Firmen, wie zum Beispiel Blackfield, Sividon Diagnostics oder Qithera, entstehen und nutzen die Methoden der Biotechnologie für Fortschritte auf dem Gebiet der Tumorerkrankungen.

Mit mehr als 380 Unternehmen in den Lebenswissenschaften, davon 87 Firmen mit Schwerpunkt in der Biotechnologie, gehört NRW zu den größten Innovationstreibern der Biotechnologie im Land. 44 Prozent des gesamtdeutschen Umsatzes in diesem Bereich werden hier erwirtschaftet.

Die Kölner Firma Blackfield entwickelt diagnostische Testverfahren. „Eine umfassende Analyse, die ein vollständiges Tumorprofil erstellt und binnen kürzester Zeit alle Informationen für eine fundierte Therapieentscheidung liefert, ist Grundlage für eine optimale Patientenversorgung“, so Andreas Jenne, Geschäftsführer von Blackfield.

Komplexität der Krebsforschung erfordert Expertenwissen

Ähnlich Sividon Diagnostics mit einem ganz spezifischen Brustkrebstest. „Mit dem EndoPredict-Test ist es möglich, den Tumor auf molekularer Ebene – ähnlich einem Fingerabdruck – sehr genau zu beschreiben. Deutlich präzisere Behandlungsempfehlungen können vielen Frauen eine belastende Chemotherapie ersparen“, so Sividon-Geschäftsführer Dr. Georg Kox.

Die zunehmende Komplexität der Krebsforschung erfordert es, Expertenwissen verschiedener Disziplinen im Gesundheitswesen zu bündeln und Kooperationen zu schaffen. So beschäftigt sich zum Beispiel eine Arbeitsgruppe am Uniklinikum Düsseldorf ganz gezielt mit der Einzelzelldiagnostik von Tumorstammzellen, die Universitätsklinik Essen und das assoziierte Westdeutsche Tumorzentrum (WTZ) besitzen eine umfangreiche Expertise, die bei der Diagnostik, Behandlung und Erforschung von Tumorerkrankungen genutzt wird.

Neue bildgebende Verfahren mittels speziell markierter Substanzen ermöglichen zum Beispiel gezieltere Diagnostik beziehungsweise bessere Verlaufskontrollen von Tumorerkrankungen. Renommiert in diesem Bereich ist zum Beispiel das Europäische Institut für Molekulare Bildgebung (EIMI) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Kooperationen in der Forschung sind das A und O

Kooperationen institutioneller und industrieller Forschung helfen, innovative Ideen schneller auf den Markt und zum Patienten zu bringen. So zum Beispiel die strategische Allianz von Bayer mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg oder das von Professor Edgar Dahl, RWTH Aachen, gegründete Unternehmen Qithera.

Dahl gründete Qithera zusammen mit führenden Business Angels und der BIO Clustermanagement NRW GmbH, um vielversprechende Forschungsergebnisse aus dem Universitätslabor möglichst rasch in die Entwicklung neuer Brustkrebsmedikamente umsetzen zu können. Dahl: „Wenn wir den Metastasierungsprozess frühzeitig blocken können, werden die Heilungschancen für Brustkrebspatientinnen deutlich besser.“

Durch die immer stärkere Vernetzung von Hochschulen, Unternehmen und Investoren wird gerade in Nordrhein-Westfalen die Gründung und Ansiedlung von zukunftsträchtigen Start-up-Unternehmen maßgeblich unterstützt