Doch in dem Organ können auch Primärtumoren wie das hepatozelluläre Karzinom entstehen. 

Dank innovativer Behandlungsmethoden, wie sie beispielsweise am Tumorzentrum Heilbronn-Franken der SLK-Kliniken Heilbronn angeboten werden, hat sich für die Betroffenen einer ursprünglich schlechten Prognose inzwischen dramatisch verbessert.

Entscheidend für den Erfolg ist dabei die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Onkologen, Chirurgen, Strahlentherapeuten und interventionellen Radiologen, um jedem Patienten, die für ihn maßgeschneiderte Therapie anbieten zu können. „Deshalb werden alle Krebspatienten in Tumorkonferenzen fachübergreifend besprochen und die Behandlung gemeinsam festgelegt“, erklärt Professor Dr. Uwe Martens, geschäftsführender Vorstand des Tumorzentrums Heilbronn-Franken. 

Neben der chirurgischen Resektion und der Chemotherapie spielen vor allem interventionelle radiologische Verfahren eine zunehmend wichtigere Rolle. Bei der minimal-invasiven Tumorablation wird der Tumor unter 3D-Bildkontrolle punktiert und das maligne Gewebe, je nach Verfahren, durch Hitze, elektromagnetische Radiowellen oder Embolisation mit medikamentenbeladenen Mikropartikeln zerstört. Dabei wird grundsätzlich zwischen perkutanen und intraarteriellen Verfahren unterschieden. 

Bei der perkutanen Vorgehensweise sticht der Radiologe mit hauchdünnen Sonden durch die Haut des Patienten, um zum Tumor vorzudringen. Dort wird ein hochfrequenter Strom im Radiofrequenzbereich abgegeben, der den Tumor mit Temperaturen bis zu 100 Grad Celsius verkocht. Die Radiofrequenz-Ablation (RFA) oder die moderne Mikrowellen-Ablationstechnik kann mit der Chirurgie und/oder einer Chemotherapie erfolgreich kombiniert werden.

Bei der Behandlung des frühen hepatozellulären Karzinoms ist die Thermoablation der chirurgischen Resektion sogar ebenbürtig. „Einen großen Teil der Krebspatienten können wir auf diese Weise heilen“, erklärt Professor Dr. Philippe Pereira vom Tumorzentrum Heilbronn-Franken, der auf dem Gebiet der interventionellen Radiologie zu den weltweit führenden Experten zählt. 

Zu den intraarteriellen Verfahren gehören die transarterielle Chemoembolisation (TACE) und die selektive interne Radiotherapie (SIRT). Bei der TACE werden über einen in die Leistenarterie eingeführten Katheter Zytostatika enthaltende Partikel in die unmittelbare Umgebung des Tumors appliziert. Bei der SIRT wiederum werden radioaktiv strahlende Substanzen in den Tumor beziehungsweise die Metastasen verabreicht.

Beide Verfahren eignen sich vor allem für jene Patienten, bei denen aufgrund eines fortgeschrittenen Tumorstadiums eine chirurgische oder thermoablative Therapie nicht mehr möglich ist. In der sinnvollen Kombination interventioneller und systemischer Therapieansätze sehen die beiden Experten aktuell die besten Möglichkeiten zur Verbesserung der Heilungschancen.