In Deutschland erkranken jährlich 40 - 45.000 Menschen, wobei zunehmend auch Frauen betroffen sind. Die Erkrankungen treten überwiegend zwischen dem 55. und 70. Lebensjahr auf. 

Wichtigster Risikofaktor ist das Zigarettenrauchen (auch Passivrauchen). Bei Rauchern ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit etwa 30fach höher als bei Nichtrauchern. Das Risiko ist dabei deutlich abhängig von der Anzahl der gerauchten Zigaretten, dem Alter, in dem man mit dem Rauchen begonnen hat, und dem Geschlecht. Mit großem Abstand folgen weitere mögliche Ursachen, wobei sie nur zum Teil endgültig gesichert sind wie Radonexposition, Asbest, verschiedene Metalle und genetische Einflüsse.

Zwischen einigen dieser Faktoren und dem Rauchen besteht ein Synergismus, so dass bei gemeinsamer Exposition das Risiko der Entwicklung eines Lungenkrebses um ein Mehrfaches erhöht sein kann. Nach Einstellung des Rauchens nimmt das Risiko langsam ab. Es ist allerdings auch zehn bis 20 Jahre nach Beendigung des Rauchens noch deutlich höher als bei Niemalsrauchern. 

Klinische Zeichen und Symptome sind uncharakteristisch, so dass ein Lungenkarzinom häufig erst spät erkannt wird. Auch aufwendige zytologische, bronchoskopische und radiologische „Vorsorgeuntersuchungen“ konnten bisher nicht entscheidend zur Frühdiagnose beitragen. 

Behandlung und Prognose hängen entscheidend von dem histologischen Tumortyp und der Ausbreitung der Tumorerkrankung bei Diagnosestellung ab. Im Gegensatz zu anderen Organtumoren können bei der mikroskopischen Gewebeuntersuchung (Histologie oder Zytologie) der Lungenkarzinome regelhaft zwei unterschiedliche Entitäten unterschieden werden - nämlich kleinzellige (15 bis 20 Prozent) und nichtkleinzellige Lungenkarzinome  (gut 80 Prozent, wobei diese wieder unterteilt werden in Plattenepithel-, Adeno- und großzellige Karzinome). 

Kleinzellige Lungenkarzinome

Das primär ungünstigere kleinzellige Karzinom ist durch sehr schnelles Tumorwachstum und eine frühzeitige Ausbreitungstendenz (Metastasierung) gekennzeichnet. Aufgrund dieser Eigenschaften spricht es aber auch besonders gut auf zytoreduktive Behandlungsmaßnahmen an. Deswegen stellt eine intensive und effektive Chemotherapie die Behandlung der Wahl dar.

Dabei werden in der Regel zwei bis drei schon als Einzelsubstanzen wirksame Medikamente (Zytostatika) gleichzeitig verabreicht – vorzugsweise in Form von Infusionen, selten als Tabletten. Dadurch sollen einerseits die Wirksamkeit erhöht werden, andererseits die Nebenwirkungen kontrollierbarer sein. Die Behandlung erfolgt nach einem vorgegebenen Plan, dem Behandlungsschema. In der Regel wird eine solche Zytostatikakombination mehrfach im Abstand von drei bis vier Wochen (jeweils ein Zyklus) gegeben.

Bei relativ begrenzter Tumorausbreitung kann diese systemisch (generalisiert) wirkende Chemotherapie noch durch eine lokal am Ort der größten Tumormasse, also der größten Gefahr, wirkende Strahlentherapie oder gar Operation ergänzt werden. Trotz der guten Therapiewirkungen (Verbesserung des Befindens, Rückbildung des Tumors) ist nur selten ein Langzeitüberleben oder gar eine Heilung möglich. In den seltenen Fällen mit primärer Operation ist eine anschließende Chemotherapie wegen der Metastasierungsneigung unumgänglich. 

Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom

Hier ist eine sehr genaue Unterteilung in vier Hauptstadien, unter anderem zum Beispiel mit dem PET-CT, unbedingt notwendig. In den frühen Stadien – besonders I und II, aber auch unter Umständen III A – stellt die Operation die Therapie der Wahl dar. Sie allein kann häufig schon zur Heilung führen. In bestimmten Situationen können die Ergebnisse durch eine zusätzliche adjuvante Chemotherapie verbessert werden.