Die weltweit erste Studie zum Vergleich eines Mistelpräparats mit Chemotherapie will nun den positiven Einfluss von Mistelextrakten (VAE) auf das Tumorwachstum bei Blasenkrebs belegen.

Jährlich erkranken laut der Deutschen Krebsgesellschaft rund 15.500 Menschen in Deutschland an oberflächlichem Blasenkrebs. Bis zu zwei Drittel dieser Patienten leiden innerhalb eines Jahres an einem erneut auftretenden Tumor (Rezidiv), obwohl der primäre Tumor zuvor durch eine Chemotherapie erfolgreich und vollständig entfernt wurde.

Unter der Kurzbezeichnung TIM (Therapeutische Instillation eines Mistelextraktes) startete im Frühjahr 2015 eine Studie, die weltweit erstmals den Erfolg einer Misteltherapie mit dem einer Chemotherapie im Kampf gegen das Wiederauftreten von Blasenkrebs vergleicht. Die Studie wird empfohlen von der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie (AUO) in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V.

Der exakte Titel der Studie lautet: „Intravesical Mistletoe Extract in Superficial Bladder Cancer: A Phase III Efficacy Study“ („Intravesikal verabreichter Mistelextrakt bei oberflächlichem Harnblasenkarzinom“). Leiter der klinischen Prüfung ist Prof. Dr. Dr. Herbert Rübben, Universitätsklinikum Essen.

Die Studie vergleicht erstmals die Wirksamkeit eines Mistelpräparates mit einer etablierten Standardtherapie in einer sogenannten Phase-III-Studie. Dazu werden in über 30 Zentren im In- und Ausland rund 550 Patienten in die Studie aufgenommen und auf zwei Behandlungsarme randomisiert. Eine der Voraussetzungen für die Aufnahme als Patient in die Studie ist eine abgeschlossene TUR (transurethrale Resektion) eines Harnblasentumors mit der Klassifikation Ta sowie eine nach der TUR erfolgte Frühinstillation von Mitomycin, kurz vor dem Einschluss des Patienten in die Studie.

Ziel der Studie: Wirksamkeitsvergleich

Die Studie erfolgt, um ein Mistelextrakt-Medikament mit dem etablierten Standardmedikament Mitomycin C (Chemotherapie) bei Patienten mit oberflächlichem Blasenkrebs zu vergleichen. Eine erste Vorstudie ergab bereits, dass als alternative Therapie der Einsatz von Mistelextrakt ebenso wirksam sein könnte wie die Chemotherapie mit Mitomycin C – bei möglicherweise geringeren Nebenwirkungen.