Anders als bei vielen anderen Krebserkrankungen können die Patienten viele Jahre mit dem Krebs leben, sofern er in einem frühen Stadium erkannt wird.

Seit der Einführung des PSA, einem Eiweißstoff, der im Blut messbar ist, wird der Prostatakrebs oft sehr frühzeitig erkannt. Da eine Erhöhung des PSA auch andere Ursachen haben kann, zum Beispiel eine Entzündung der Prostata, sollte beim urologischen Facharzt eine genauere Untersuchung durchgeführt werden. Dies ist wichtig, damit der Patient keine unnötige Therapie erhält, die seine Lebensqualität deutlich beeinträchtigen kann.

Bei Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs und niedrigem Risiko werden heutzutage im Wesentlichen vier Behandlungsarten angeboten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eine vergleichbar gute Wirksamkeit haben:

  • Radikale Prostatektomie (Entfernung der Prostata)
  • Perkutane Strahlentherapie (Bestrahlung durch die Haut)
  • Permanente Seed-Implantation (Brachytherapie, Bestrahlung innerhalb der Prostata durch Einbringen kleiner Strahlenquellen)
  • Aktive Beobachtung mit ggf. verzögerter Therapie

Die bisherigen Studienergebnisse haben aus verschiedenen Gründen keine hohe wissenschaftliche Wertigkeit, so dass unklar bleibt, von welcher Behandlung der Patient unter Berücksichtigung der Nebenwirkungen und Komplikationen am meisten profitiert.

Aus diesem Grund wurde die wissenschaftlich hochwertige prospektive PREFERE-Studie aufgelegt, um den Nutzen und die Risiken der entsprechenden Therapien im Vergleich zur Operation zu untersuchen.

An der PREFERE-Studie können Männer teilnehmen, wenn ihre Tumorzellen einen niedrigen Gleason-Wert = Grad der Bösartigkeit (höchstens „7a“) und damit ein vergleichbar geringes Ausbreitungsrisiko haben. Darüber hinaus müssen noch andere medizinische Eigenschaften erfüllt sein, der Patient darf nicht älter als 75 Jahre sein und noch keine andere Therapie wegen Prostatakrebs erhalten haben, und er muss für alle vier Therapiearten geeignet sein.

Es konnten 100 Kliniken für die Studie gewonnen werden. Wir laden daher alle Patienten, die für diese Studie geeignet sind, herzlich ein, sich an dieser Studie zu beteiligen. Ihr Urologe wird Sie entsprechend informieren und Ihnen den Film (DVD) und eine begleitende, ausführliche Aufklärungsbroschüre aushändigen. Diese sowie weitere Informationen und Beratungsstellen finden Sie auch auf der Internetseite www.prefere.de.

Die Studie wird neue und verlässliche Erkenntnisse bringen, damit die nachfolgenden Patienten eine noch bessere und sicherere Therapie erhalten.

 

Studienleitung Urologie

 

Prof. Dr. Michael Stöckle

Universitätsklinikum Homburg/Saar

Klinik f. Urologie und Kinderurologie Homburg/Saar

Prof. Dr. Peter Albers (Vertreter)

Universitätsklinikum Düsseldorf

Urologische Klinik

Studienleitung Strahlentherapie

 

Prof. Dr. Thomas Wiegel

Universitätsklinikum Ulm

Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie

Prof. Dr. Heinz Schmidberger (Vertreter)

Universitätsmedizin Mainz

Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie

Biometrie/Statistik

 

Prof. Dr. Peter Martus

Institut für Klinische Epidemiologie und angewandte Biometrie der Universität Tübingen

Prof. Dr. Stefan Wellek

Institut f. Med. Biometrie, Epidemiologie und Informatik der Universität Mainz

Lebensqualität und standardisierte Aufklärung

Prof Dr. Dr. Martin Härter

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,

Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie

Referenzpathologie

Prof. Dr. Glen Kristiansen

Institut für Pathologie Universitätsklinikum Bonn

 

Die PREFERE-Studie wird gefördert von der Deutschen Krebshilfe und den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen.