Herr Leder, wie kommt es, dass Sie sich in dieser Kampagne engagieren?

Ich bin voriges Jahr angesprochen worden, ob ich die Kampagne unterstützen würde. Ich fand das Projekt super und habe spontan zugesagt, weil der Sonnenschutz beim Sport und damit der Schutz vor Hautkrebs einfach ein wichtiges Thema ist.

Das Hautkrebsrisiko wird gerade im Sport noch nicht ernst genug genommen, weil der Sportler immer „stark“ dastehen muss und die Angst vor Sonnenbrand immer noch eine Art von Schwäche ist. Als Profisportler kann ich ein Zeichen setzen, denn ich bin selbst immer viel an der Sonne und war es schon in den letzten 20 Jahren.

Dieses Jahr geht das Projekt „Sportler gegen Hautkrebs“ weiter und ich bin auch wieder dabei.
 
Gibt es auch persönliche Gründe?

Ja, ich hatte schon auf dem Rücken drei kleinere Pigmentmale, die rausgeschnitten wurden. Seit meiner Kindheit verbringe ich viel Zeit im Schwimmbad und bin immer der Sonne ausgesetzt. Und die Aufklärung in Sachen Sonnenschutz war auch in den 80er- und 90er-Jahren noch nicht sehr weit. Mit zunehmendem Alter macht man sich da auch mehr Gedanken darüber.

Außerdem habe ich eine Tochter, die auch lernen soll, wie wichtig es ist, die Haut vor der Sonne zu schützen, auch wenn der Aufenthalt in der Sonne natürlich auch schön ist. Ich will da auch beim Sonnenschutz mit gutem Beispiel vorangehen.

Kennen Sie jemanden, der an Hautkrebs erkrankt ist?

Ja, einen Ex-Radprofi, und der nimmt das auch sehr ernst. Wenn man sich genauer umhört oder auch von der Kampagne erzählt, ist es auf einmal ein großes Thema. Trotzdem machen sich die meisten Profis keine Gedanken über die Folgen der extremen Sonneneinstrahlung. Hautkrebs ist da ein Tabuthema, jeder geht davon aus, dass ihm schon nichts passiert.

Wie gehen Sie damit um?

Ganz normal, man spricht darüber, tauscht sich aus und versucht, auch die anderen zur Vorsorge zu animieren. Gerade beim Triathlon sind wir zum Beispiel auf Hawaii erst eine Stunde im Wasser und dann noch etwa acht Stunden in der vollen Sonne. Da muss man sich mit wasserfester Sonnencreme schützen, die sich auch bei der Belastung nicht so schnell abreibt. Trotzdem nehmen manche den Rat nicht an oder cremen sich nicht dick genug ein.
 
Männer tun sich ja manchmal ein bisschen schwer, zur Vorsorge zu gehen. Woran könnte das liegen?

Ich glaube, nur an der Faulheit, an sonst nichts. Die Männer müssen einfach zum Hautarzt gezerrt werden. Und es muss mehr über die Risiken aufgeklärt werden, deshalb mache ich auch bei dem Projekt mit.

Gehen Sie zur Vorsorge?

Ja schon, aber auch erst seit fünf Jahren. Leider ist mir das auch erst bewusst geworden, als ich die Pigmentmale am Rücken entfernen lassen musste.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: Hautkrebsvorsorge ist extrem wichtig, ...

... weil sie einfach Leben Retten kann!!!