Frau Halmich, derzeit sind Sie bei der bundesweiten Werbekampagne für Brustkrebsvorsorge mit dem Titel „Hinfühlen statt Wegsehen“ zu sehen. Wieso engagieren Sie sich dafür?

Krebs ist weltweit ein großes Thema und meiner Meinung nach in Deutschland die Volkskrankheit Nummer eins. Viele haben in ihrem Familien-, Bekannten- oder Freundeskreis bereits Erkrankungen oder Todesfälle erlebt. So auch bei mir: Eine langjährige Freundin hatte zweimal Brustkrebs, konnte aber erfolgreich behandelt werden. Nicht so glücklich ist es bei der Mutter meines Freundes verlaufen. Sie ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Dabei lässt sich insbesondere Brustkrebs sehr gut behandeln, wenn er frühzeitig erkannt wird.

Sie wurden für die Kampagne vom Bodypaint-Künstler Filippo ioco bemalt. Auf den Fotos ist zu sehen, wie Sie Ihre Brust abtasten. Was hat es damit auf sich?

Die Fotos sollen aufzeigen, wie sich Frauen richtig abtasten, um Knoten frühzeitig erkennen zu können. Es war jedoch sehr schwierig, dies umzusetzen. Denn die Fotos sollten nicht anstößig oder zu sexy wirken, aber dennoch ein Hingucker sein. Meines Erachtens ist das super gelungen.

Sie haben sich 2003 für den Playboy und 2007 für das Lifestylemagazin Max ausgezogen. Worin liegt der Unterschied zu dieser Aktion?

Das ist natürlich ein großer Unterschied. Ich habe es nicht bereut, Fotos mit dem Playboy und Max gemacht zu haben. Aber nochmals würde ich das nicht tun. Diesmal ging es nicht ums Aussehen, sondern um die Botschaft – und die wollte ich unbedingt unterstützen.

Was möchten Sie mit der Gesundheitskampagne erreichen?

Prominente Persönlichkeiten haben die Möglichkeit, viele Menschen zu erreichen und auf gewisse Dinge aufmerksam zu machen. Bei einer solchen Kampagne schaut man vielleicht eher hin, wenn ein bekanntes Gesicht zu sehen ist. Da ich mitbekommen habe, wie groß der Leidensweg beim Brustkrebs ist, wollte ich mit dieser Kampagne einen Beitrag zur Früherkennung leisten.

Gehen Sie denn selbst regelmäßig zur Krebsvorsorgeuntersuchung?

Natürlich, und das auch schon seit Jahren.

Sie sind Schirmherrin der Aktion „Gewalt gegen Frauen – nicht mit uns“ vom Deutschen Olympischen Sportbund. Ebenso unterstützen Sie den Verein Weisser Ring, der sich für Kriminalitätsopfer einsetzt. Woher kommt Ihre stark ausgeprägte solidarische Ader?

Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die sozial immer sehr engagiert war. Mein Vater war Chef vom Malteser Hilfsdienst, bei uns stand immer die Tür für Menschen offen, die Hilfe benötigen. Ich hatte so viel Glück in meinem Leben und möchte nun auch anderen Menschen Gutes tun.