Fünf Prozent der Deutschen kennen das Problem, schätzen Ärzte. Hintergrund kann auch eine Allergie auf Dentalmaterialien, Nahrungsmittel, Zahnpasta oder Mundwasser sein. Die Ursachensuche gestaltet sich schwierig, da über 20.000 verschiedene Auslöser bekannt sind. „Materialien, die bei Zahnersatz verwendet werden, können dazugehören“, berichtet Professor Hans-Christoph Lauer, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ). 

Von Klebern, Zementen und Abformmaterialien über Kunststoffe und Keramiken hin zu Amalgam, Gold, Titan und Legierungen – die moderne Zahnmedizin und Zahntechnik bieten viele verschiedene Möglichkeiten. „Es kommt vor, dass ein Patient bis zu zwanzig verschiedene Materialien im Mund hat. Dadurch erhöht sich das Risiko einer allergischen Reaktion“, sagt Professor Jürgen Geis-Gerstorfer, der wie Lauer dem wissenschaftlichen Beirat des KpZ angehört.

„Meine Nickelallergie ist viel schlimmer geworden. Liegt das möglicherweise an den Metallsteckverbindungen meines neuen Zahnersatzes?“, wollte kürzlich ein Patient wissen. Und Nickel hat tatsächlich eine hohe allergene Potenz, sehr viele Menschen reagieren darauf. Professor Lauer: „Der behandelnde Zahnarzt ist bei solchen Fragen wichtiger Ansprechpartner. Er kann Auskunft darüber geben, welche Werkstoffe in welchem Anteil für die Legierung eingesetzt wurden.“

Informationen über eingesetzte Materialien gut aufbewahren

Aus diesem Grund ist es besonders für Allergiker wichtig, dass sie ihren Zahnarzt vor einem Eingriff über Materialien und Medikamente, auf die sie allergisch reagieren könnten, in Kenntnis setzen. Da Zahnersatz Jahre und oft sogar Jahrzehnte im Mund verbleibt, raten die Experten des KpZ außerdem, Informationen über den Zahnersatz gut aufzuheben. Die verwendeten Materialien sind in der sogenannten Konformitätserklärung aufgeführt. Zahnärzte sind verpflichtet, sie ihren Patienten bei einer Versorgung mit Zahnersatz am Ende der Behandlung auszuhändigen.

„Der Zahnarzt kann dann bei nachfolgenden zahntechnischen Arbeiten nachvollziehen, welche Materialien bereits eingesetzt sind“, erklärt Professor Geis-Gerstorfer. Er empfiehlt, das Thema Materialien vor einer Therapie offen mit dem Zahnarzt zu besprechen.

Keramik ist sehr gut verträglich

Gut zu wissen ist auch, dass Vollkeramik als besonders biokompatibel gilt und zudem noch dem natürlichen Zahnschmelz täuschend ähnlich sieht. Allergien gegen das körperfreundliche Material sind nicht bekannt. 

Gut informiert über Zahnersatz: Interessantes und Wissenswertes rund um Zahnersatz bietet das Patientenportal des Kuratoriums perfekter Zahnersatz.