Wie sieht die fortschrittliche Mundhygiene aus?

Mundhygiene muss mehr sein als Zähneputzen und Bakteriendesinfektion. Sie muss für den Menschen Nutzen bringen, sie darf also zu keiner Beeinträchtigung der Ökologie der oralen Bakterienflora führen. Nur eine orale Residentflora im Gleichgewicht erhält die wichtige spezifische Immunabwehr im Mund-Rachen-Raum und führt zu keinem Überhandnehmen von potenziell krank machenden Mikroben.

Bezüglich der biofunktionellen Mundhygiene: Wie ist der Stand der Wissenschaft?

Die orale Bakterienflora interagiert permanent mit der Mund-Rachen-Schleimhaut und der oralen Hautzellschicht. Diese biologische Barriere gewährleistet Mundgesundheit. Damit ist klar, ein Defekt dieser Barriere muss zu gesundheitlichen Störungen führen. Einen nachhaltigen Nutzen für den Menschen bringt ein Hygienestandard, der kausal ausgerichtet ist: Die orale Standflora muss im Gleichgewicht gehalten werden.

Wie werden Mund- und Rachenschleimhaut angegriffen?

Die biologische Barriere ist beständig gefährdet oder kann defekt sein. Beim Essen, Trinken und Atmen gelangen krank machende Keime, Umweltgifte und Pilzsporen in Mund und Rachen. Rauchen, zu heißes oder zu kaltes Essen, alkoholische Getränke und Arzneimitteleinnahmen reizen die Schleimhäute und schädigen die Mundflora. Übrigens, auch Alterungsprozesse spielen eine große Rolle. Wenn die Einflüsse dauerhaft sind, funktioniert die Schutzfunktion der Mund-Rachen-Flora
nicht ausreichend.

Welche Hygienemaßnahmen müssen ergriffen werden, um die Gesundheit der Mund- und Rachenschleimhaut zu erhalten?

Eine Mund-Rachen-Hygiene soll die oralen Selbstregulierungskräfte aktivieren. Der Nutzen für den Menschen muss darin liegen, dass der biologische Prozess der Selbstheilung – Erreichen oder Erhalten eines Mikrofloragleichgewichtes – unterstützt wird. Dieses kann erreicht werden, wenn dem Ökosystem Mund-Rachen-Raum kontinuierlich ein stoffwechseladaptiertes Substrat mit symbiotischer Wirkung zugeführt wird.