Ein großer Fortschritt: Früher mussten solche Kinder wegen ihrer verzogenen Narben manche Hänselei ertragen. Vergleichsweise neu ist zudem, dass auch ältere Erwachsene „Spangen“ tragen. Meist geht es dabei um Zahnersatz, der zu der bestehenden Zahnreihe passen muss.

Manchmal aber reicht der vorhandene Platz nicht, oder ein gekippter Zahn stört, oder ein Zahnrest wäre als zusätzliche Stütze nützlich und wird daher mit kieferorthopädischen Apparaturen an seinen neuen Arbeitsplatz „gezogen“.

Es wird kontrolliert gesteuert, um das geplante Ziel zu erreichen.

Egal wie alt ein Patient ist: Das Verfahren hinter den verschiedenen Apparaturen ist weitgehend gleich. Gearbeitet wird mit der Natur – mit dem harten Knochengewebe, das sich ebenso wie das weiche Zahnfleischgewebe kontinuierlich abbaut und erneuert.

Dieses biologische Wachsen macht man sich zunutze: Es wird kontrolliert gesteuert, um das geplante Ziel zu erreichen.

Dabei gibt es viel zu beachten – schließlich arbeitet man mit dem lebenden System, das mit dem ganzen Körper vernetzt ist. Ein Zahnarzt muss daher eine zusätzliche vierjährige Fachzahnarztausbildung absolvieren, ehe er sich Kieferorthopäde nennen darf.

Zusammen mit der medizinischen Wissenschaft hat sich aber auch die Technik enorm weiterentwickelt: Heute gibt es sogar „unsichtbare“ Verfahren, die auch Erwachsenen mitten im Berufsleben eine unauffällige Zahnkorrektur ermöglichen.