Clean Eating – das ist ein neuer Trend in der gesunden Ernährung. Wie bist du darauf aufmerksam geworden?

So neu ist Clean Eating gar nicht, denn dabei handelt es sich um eine moderne Form der Vollwertkost. Ich habe 2011, während meines Studiums, nach einer Ernährungsweise gesucht, die gesund ist und die ich dauerhaft umsetzen kann. Damals gab es online so gut wie keine deutschsprachigen Informationen zu dem Thema – heute, sieben Jahre später, kaum vorstellbar. So bin ich auf englischsprachigen Blogs, die sich mit Clean Eating beschäftigten, gelandet und war direkt Feuer und Flamme, habe angefangen, meine Ernährung umzustellen und darüber zu schreiben.

Was ist das Besondere daran?

Beim Clean Eating geht es darum, möglichst naturbelassene und unverarbeitete Lebensmittel zu essen. Fast Food, Fertiggerichte und künstliche Zusatzstoffe fallen dabei weg, genau wie raffinierter Zucker und Weißmehl, da diese stark industriell verarbeitet sind und für Heißhunger sorgen, statt uns über mehrere Stunden zu sättigen. Stattdessen kommen Vollkornprodukte, viel Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte auf den Teller. Für unsere Großeltern war diese Ernährungsform ganz normal, heute fällt es vielen aber schwer, auf Fertiggerichte, Fast Food und Co. zu verzichten.

Ernährt man sich also automatisch gesünder, wenn man „clean“ isst und tut seinem Immunsystem etwas Gutes?

Ja, das ist beim Clean Eating tatsächlich so, man ernährt sich dadurch automatisch gesünder und stärkt damit auch das Immunsystem.

Hat das auch Auswirkungen auf eine geregeltere Verdauung, weil man zum Beispiel mehr Ballaststoffe zu sich nimmt?

Ja, das auf jeden Fall. Beim Clean Eating werden Auszugsmehle gemieden und stattdessen vollwertige Getreide verwendet, wodurch sich die Verdauung verbessert.

Ist dir die Umstellung schwergefallen? Hältst du dich in allen Lebenslagen daran, zum Beispiel bei einem Restaurantbesuch oder bei Einladungen zum Essen bei Freunden?

Ich ernähre mich nicht zu 100 Prozent „clean“, bei mir gibt es durchaus auch Ausnahmen. In Restaurants ist es tatsächlich nicht immer einfach, sich „clean“ zu ernähren. Viele Restaurants verwenden Zucker als Geschmacksträger. Er ist insbesondere in Soßen und Dressings, aber auch in Suppen und natürlich in Desserts enthalten. Und oft wird auch mit Convenience-Produkten gearbeitet. Wer auf Nummer sicher gehen will, fragt im Restaurant nach. Ich bin da aber ganz entspannt und suche einfach das für mich beste Gericht von der Karte aus und achte einfach in den nächsten Tagen wieder verstärkt darauf, dass es keine Ausnahmen gibt. Bei Freunden oder Familienfeiern halte ich es genauso, aber ich esse grundsätzlich nur, was ich auch essen möchte, und nicht, weil jemand es von mir erwartet.

Hast du Tipps, wie man sich die Umstellung erleichtern kann? Gerade im neuen Jahr nehmen sich ja viele vor, ihre Ernährung umzustellen. Das fällt den meisten nach einigen Wochen Durchhalten aber schwer.

Wichtig ist es am Anfang, immer die Zutatenlisten von Nahrungsmitteln zu lesen. Oft sind wir uns überhaupt nicht darüber bewusst, was tatsächlich alles in unserem Essen steckt. Ein Blick in den Vorratsschrank kann anfangs ganz schön erschreckend sein. Zutaten, die man nicht kennt oder nicht aussprechen kann, weil sie sich nach Chemieunterricht anhören, sind in der Regel nicht clean. Wer es schon geschafft hat, die ersten Wochen durchzuhalten, sollte auf keinen Fall wieder aufgeben! Meist merkt man schon nach kurzer Zeit, wie gut einem die gesunde Ernährung tut – das ist oftmals schon genug Motivation! Für mich war entscheidend, dass ich insbesondere durch den Zuckerverzicht im Alltag viel leistungsfähiger und fitter bin. Außerdem ist meine Haut reiner geworden und ich habe ein paar Kilos verloren. Mein Geschmackssinn hat sich verändert und nach einiger Zeit schmeckt Süßes plötzlich viel intensiver.

Rezept: Porridge mit Zimt-Birnen und Walnüssen

ZUTATEN FÜR 2 PORTIONEN:

  • 2 Birnen, weich
  • 1 TL Ceylon-Zimt
  • 2 EL Walnusskerne
  • 300 ml Mandeldrink
  • 120 g Hirseflocken alternativ Hafer-, Dinkel- oder Buchweizenflocken

ANLEITUNG:

  1. Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Birnen waschen und längs in Scheiben schneiden. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit Zimt bestreuen. Im vorgeheizten Backofen 20 Minuten backen. Nach 15 Minuten die Walnusskerne mit in den Ofen geben.
  2. Inzwischen den Mandeldrink in einem Topf erhitzen. Die (Pseudo-) Getreideflocken unter ständigem Rühren ca. 5 Minuten köcheln lassen.
  3. Porridge mit Birnenscheiben und Walnusskernen anrichten und servieren.

Information

Mehr  zu Hannah Frey finden Sie auf: www.projekt-gesund-leben.de