Die Behandlung des Diabetes und seiner Folgeerkrankungen bringt das deutsche Gesundheitssystem an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Umso wichtiger ist es, durch neue wissenschaftliche Ergebnisse wirksame Präventions- und Behandlungsmaßnahmen zu entwickeln und so der Entstehung beispielsweise dem Fortschreiten des Diabetes Einhalt zu gebieten.

Diabetes – die verkannte Gefahr

Unterschieden werden hauptsächlich zwei Formen des Diabetes: Typ 1, bei dem durch eine Autoimmunerkrankung die körpereigene Insulinproduktion versiegt. Typ 2, an dem etwa 90 Prozent der Erkrankten leiden und bei dem Insulin seine Wirkung im Körper verliert. Die Krankheit verläuft schleichend und lange Zeit schmerzfrei. Bei der Erstdiagnose haben viele Patienten schon jahrelang erhöhte Blutzuckerwerte – mit weitreichenden möglichen Folgen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, diabetisches Fußsyndrom sowie Schädigungen der Augen, Nieren und Nerven.

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung – Erfolg im Verbund

Um zukünftig Forschungsergebnisse schneller in die klinische Praxis zu bringen, wurde 2009 das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) auf Veranlassung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gegründet.

Das DZD ist ein Verbund aus fünf starken Partnern:

  • das Helmholtz Zentrum München,
  • das Deutsche Diabetes-Zentrum in Düsseldorf,
  • das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam,
  • das Paul-Langerhans-Institut der Universität Dresden,
  • das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen.

Das DZD verzahnt gezielt Grundlagen- und klinische Forschung. Ziel des Forschungsverbundes ist es, neue personalisierte Präventionsstrategien und kausale Therapien für den Diabetes zu entwickeln und zeitnah in die Arztpraxen und Kliniken zu bringen.

Gezielte Prävention, Folgeerkrankungen vermeiden

In der Deutschen Diabetes-Studie untersuchen Wissenschaftler am DZD bei Personen mit frisch manifestiertem Diabetes die Entwicklung und den Verlauf der Krankheit und ihrer Spätfolgen. Bei der Deutschen Prädiabetes-Interventionsstudie liegen die frühzeitige Erkennung eines Diabetesrisikos und eine erfolgreiche Prävention im Fokus der Experten. Probanden werden aktuell in beiden Studien aufgenommen.Untersuchungen der Bevölkerung in umfangreichen epidemiologischen Studien erlauben die Identifizierung weiterer Risikofaktoren. Ergebnis ist der Deutsche Diabetes-Risiko-Test®, der die selbstständige Bestimmung des persönlichen Risikos, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, ermöglicht.

Grundlagenforschung für eine neue Generation von Diabetestherapien

Die Entstehung des Diabetes ist ein komplexer Prozess, in dem Lebensstil, Gene und Umweltfaktoren auf vielfältige Weise zusammenspielen. Das Verständnis dieser Zusammenhänge ist der Schlüssel für eine neue Generation von Diabetestherapien. Anhand von Experimenten in Zell- und Tiermodellen werden neue Ansatzpunkte für Medikamente erforscht.

Weiter Informationen finden Sie unter: www.dzd-ev.de