Sie leben seit Jahren mit Diabetes. Haben Sie das Gefühl, Sie müssen auf vieles verzichten?

Ich persönlich muss auf gar nichts verzichten. Ich verzichte aus persönlichen Gründen auf einige Dinge, wie beispielsweise Süßigkeiten, Zigaretten und Alkohol. Beim Essen verzichte ich auf nichts, obwohl ich seit 30 Jahren erfolglos auf Diät bin. Essen ist für mich sehr wichtig, es ist Leidenschaft und auch notwendig.

Bekannt ist, dass ich eine Insulinpumpe trage, die regelt meine Verhalten und ich kann je nach Broteinheit (BE) meinen Beitrag dazusteuern beziehungsweise überwachen.

Gab es jemals Zeiten, zu denen Sie an der Erkrankung fast verzweifelt sind?

Nein. Ich habe ein gutes Ärzteteam in all den Jahren aufgebaut, werde bestens beraten und stelle auch Fragen, wenn ich nicht weiter weiß oder mir einige Dinge unklar sind.

Man muss sich wirklich nicht schämen, Diabetiker zu sein.

Verzweifeln muss heutzutage niemand mehr. Wir leben heute in einer so aufgeklärten und technischen Zeit, wie nie zuvor.
Ich weiß, dass unser Gesundheitssystem nicht mehr sehr gleichberechtigt arbeitet, dessen bin ich mir bewusst, dennoch kann jeder Diabetiker Hilfe und Leistungen in Anspruch nehmen.

Im Gegensatz zu vielen anderen, gehen Sie trotz Ihrer Bekanntheit sehr offen mit Ihrer Erkrankung um. Haben Sie jemals negative Reaktionen darauf erfahren?

Das habe ich bisher nicht. Ich bin und war immer der Meinung, sprich darüber und mach anderen Mut sich offen zu Diabetes zu bekennen und sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Man muss sich wirklich nicht schämen, Diabetiker zu sein.

Sie engagieren sich für die Kampagne „2mio“, in der es, wie auch bei unseren Kampagnen, um Aufklärung geht. Wo sehen Sie den größten Bedarf an zusätzlicher Aufklärung?

Ganz ehrlich, ich persönlich wünsche mir mehr Aufklärung in den Kindergärten, Schulen, Universitäten. Also dort, wo sich junge Menschen befinden. Ich glaube, dort ist das Thema so gut wie gar nicht vorhanden oder Gesprächsthema.

Macht kein Geheimnis daraus, lebt offen und ehrlich damit.

Die Diabetes Kampagnen sind ja nicht so groß oder auffällig wie die damaligen Kampagnen mit AIDS - das will ich an dieser Stelle aber auch nicht vergleichen. Aber das konnte man eine Zeit lang an jeder Ecke und überall lesen, das ist bei Diabetes leider nicht der Fall.

Sie haben einen Weg gefunden, gut mit der Diagnose Diabetes zu leben. Haben Sie Tipps und Ideen für andere Betroffene?

Da ich nur für mich sprechen kann, empfehle ich kein Geheimnis daraus zu machen, offen und ehrlich damit zu leben. Im Restaurant nicht heimlich das Injektionsgerät unter dem Tisch bedienen, das mache ich schon längst nicht mehr. Ich spritze meine Einheiten im Beisein meiner Freunde am Tisch, die kennen das schon.
Was ich auch jedem empfehle oder mitteile ist, dass die Anzeichen für eine Unterzuckerung jedem klar sein sollten und für den Fall, dass es einsetzt, alle um mich herum wissen, was zu tun ist. Denn da kann es um Sekunden gehen.

  • Zutaten
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Rezepttipp für Diabeteker

Krabben Büsumer Art mit Rührei und Dill

Zutaten (für 4 Personen)

- 200 Gramm Krabben

- Vier Schwarzbrote, plus Butter

- Zwei Eier

- Eine Schalotte

- Ein Bund Dill

- Ein Esslöffel Olivenöl

- Salz, Pfeffer

Krabben Büsumer Art mit Rührei und Dill

Zubereitung

Die gewürfelte Schalotte im Olivenöl andünsten, aufgeschlagene Eier dazugeben, leicht salzen, pfeffern, mit dem klein geschnittenen Dill vermengen.

Vorsichtig stocken lassen, dass die Eier innen noch „cremig“ sind. Die Brote bebuttern, das Rührei darauf heben und mit den Krabben belegen. Aus der Mühle schwarzen Pfeffer über die Krabben mahlen.

Wie´s gut tut

Die proteinreichen Krabben sättigen schnell, was weiteren Hunger dämpft. Auch prunken die Meeresfrüchte mit drei Diabetes-wichtigen Stoffen: Entzündungshemmendes Vitamin B3; Vitamin B12 regeneriert die bei vielen Diabetikern gestörten Nervenleitungen. Das Spurenelement Zink ist der „Zucker-Zähmer!“: Es regt die Insulinbildung an und lässt das Hormon besser wirken. Auch verbessert es die bei vielen Diabetikern schwierige Wundheilung. Die „langsamen“ Kohlenhydrate des Schwarzbrotes dämpfen den dick machenden Blutzuckeranstieg nach dem Essen.

Buchtipp: „Heimatküche“, von Hans Lauber