Selen kommt normalerweise in einer Menge von etwa fünf bis 15 Milligramm an verschiedenen Stellen im Körper vor. Es wird dort in zahlreiche Selenproteine eingebaut, ohne die der Mensch nicht überlebensfähig ist.

Empfindliche Schilddrüse

Das selenreichste Organ des Körpers ist die Schilddrüse. Genauso wie Jod ist Selen für sie essentiell. Sie reagiert daher besonders empfindlich und mit negativen Folgen auf einen möglichen Mangel.

Aufgrund seiner erdgeschichtlichen Entwicklung ist Deutschland - wie die meisten seiner Nachbarländer - jedoch arm an Selen.

Denn die von der Schilddrüse produzierten Hormone beeinflussen die gesamte körperliche Entwicklung. Sie steuern zum Beispiel den Energie- und Knochenstoffwechsel, die Verdauungsfunktion, Herz- und Kreislauffunktionen sowie die psychische Verfassung.

So schützen einige Selenproteine die Schilddrüse vor oxidativen Stress: Der kann bei vermehrtem Auftreten das Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen sein, wie zum Beispiel Krebs, Alzheimer oder Atherosklerose. Eine Schilddrüsenunterfunktion erhöht das Risiko für Osteoporose und kardiovaskuläre Erkrankungen. Auch eine Überfunktion kann sich wegen des erhöhten Pulsschlags gefährlich für das Herz erweisen.

Häufiger Selenmangel

Eine Studie in China aus dem August 2015 hat in diesem Zusammenhang belegt, dass ein Selenmangel die Häufigkeit einer Schilddrüsenentzündung signifikant erhöht. Beteiligt waren an dieser großen epidemiologischen Studie 6.152 Teilnehmer. Das Land verfügt sowohl über die selenärmsten als auch selenreichsten Böden der Welt. Ein Vergleich von Bevölkerungsgruppen nur aufgrund der Selenaufnahme ist dort besonders gut möglich.

Aufgrund seiner erdgeschichtlichen Entwicklung ist Deutschland - wie die meisten seiner Nachbarländer - jedoch arm an Selen. Der Selengehalt der deutschen Ackerböden liegt zwischen 0,074 und 0,194 Milligramm/Kilogramm (mg/kg). Ein optimaler Selengehalt sollte aber mit 0,6 bis 4,0 mg/kg deutlich höher ausfallen.
Bekannt ist, dass im Durchschnitt die deutsche Bevölkerung Selenwerte unterhalb des Referenzbereichs und damit einen Selenmangel aufweist.

Hilfreiche Ergänzungsmittel

Bei einem Verdacht auf einen Mangel ist immer zuerst der Gang zum Arzt sinnvoll. Denn die zu analysierenden Symptome sind in der Regel vielfältig und diffus. Um den Selenmangel zu bestimmen, braucht es dann nur einen Selenspiegeltest im Vollblut.

Sehr gut geeignet, um in der Therapie gegen den Mangel vorzugehen, sind Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel. Grundsätzlich sollten Betroffene immer soviel Selen einnehmen, dass ein ausreichend hoher Selenspiegel im Blut erreicht wird. Die Dosis für den jeweiligen Patienten legt jedoch am besten der Arzt fest.