Die Erkrankungszahlen steigen Jahr für Jahr und verursachen 86 Prozent der vorzeitigen Todesfälle und 77 Prozent der Krankheitslast in Europa. Eine immense Erkrankungswelle kommt auf die Gesellschaften zu. Mit zu den Ursachen dieser Krankheiten gehören starkes Übergewicht und Adipositas.

„Diabetes mellitus ist auch die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter in Deutschland.“

Die Welle dieser Krankheiten einzudämmen, ist eine der wichtigsten gesundheitspolitischen Aufgaben des Jahrzehnts. Primärprävention ist das zentrale Stichwort an dieser Stelle. Das erste Mal ist es gelungen, mit allen relevanten medizinischen Fachgesellschaften gemeinsam ein Strategiepapier zu verfassen und sich darin zur Primärprävention zu äußern. Mitte November hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) dieses Papier zusammen mit den Mitgliedern der Allianz gegen Nichtübertragbare Erkrankungen auf einer Pressekonferenz in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Vier konkrete Maßnahmen für eine wirksame und bevölkerungsweite Prävention wurden darin formuliert. Jetzt ist die Politik gefordert:

  • Täglich mindestens eine Stunde Bewegung/Sport in der Schule
  • Gesundheitsfördernde Lebensmittelpreise (Zucker-/Fettsteuer)
  • Verbindliche Qualitätsstandards für die Schulverpflegung
  • Verbot von an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung

Ernährung und Gewichtsreduktion zur Vorbeugung von Diabetes Typ 2 ist auch ein Thema dieser Beilage. Lesen Sie außerdem mehr über Begleiterkrankungen: Bei einem langjährig schlecht eingestellten Diabetes mellitus ist das Auftreten von Komplikationen, zum Beispiel an den Blutgefäßen, der Netzhaut des Auges und den Nieren unvermeidbar. Rund ein Drittel der Menschen mit Diabetes entwickeln Schäden an den Nerven. Dieses Nervenleiden, die sogenannte diabetische Neuropathie, verursacht viele verschiedene und zum Teil sehr schwerwiegende Beschwerden.

Diabetes mellitus ist auch die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter in Deutschland. Für etwa 30.500 Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 gehören tägliche Insulingaben und Zuckerkontrollen  zum Alltag. Die Erkrankung wird bei betroffenen Kindern nicht selten erst durch eine auftretende Ketoazidose, eine lebensgefährliche Übersäuerung des Bluts, bekannt.