Frau Meiselbach, Ihre Diagnose „Diabetes Typ 2“ erhielten Sie im Rahmen einer Rehamaßnahme, die Sie aufgrund Ihres Übergewichts angetreten haben. Bis dahin wussten Sie nichts von Ihrer Erkrankung. Wie war der Moment für Sie, als Sie von dieser chronischen Krankheit erfahren haben?

Der Moment der Diagnose war für mich, als hätte man mir mit der Keule ordentlich einen übergeknüppelt.

Von Anfang an war mir klar, dass ich nicht so weitermachen konnte wie bisher.

Der Schock war groß und ich schwankte zwischen Wut auf mich selbst und der Hoffnung, dass es sich vielleicht doch um ein Versehen handelt, eine Laune der Natur oder eben Murks der Klinik.

Ich war doch unkaputtbar, dachte ich bis dahin. Aber die Messwerte bestätigten sich und insbesondere der Blutzucker-Langzeitwert von 9,2 zementierte die Diagnose: manifester Diabetes Typ 2.

Sie haben dann dem Diabetes den Kampf angesagt. Welche Maßnahmen mussten Sie dafür ergreifen?

Von Anfang an war mir klar, dass ich nicht so weitermachen konnte wie bisher. Meine Ernährung war damals höchst bedenklich. Bewegung sah ich mir nur gerne im Fernsehen an, und der berufliche Stress baute Druck auf, den ich krampfhaft versuchte mit Essen zu kompensieren.

Mit verheerenden Folgen. An all diesen Stellschrauben begann ich zu drehen. Weniger Kohlenhydrate und dafür mehr Vitalstoffe auf den Teller. Rein in die Sportschuhe und regelmäßig los mit den Nordic-Walking-Stöcken.

Dazu aktive Entspannung und viel mehr Achtsamkeit, was meine eigenen Bedürfnisse und Grenzen angeht. Daraus resultierte auch die Entscheidung, meine damalige Arbeitsstelle hinter mir zu lassen und mich auf ein neues Abenteuer einzulassen. Ein genereller Richtungswechsel in meinem Leben war notwendig.

Sie haben Ihre Ernährung auf eine diabetesgerechte Ernährung und eine kohlenhydratreduzierte Kost (Low Carb) umgestellt. Was hat das bei Ihnen bewirkt?

Die Effekte meiner Ernährungsumstellung waren und sind vielfältig. Sicher als Diabetikerin der größte Erfolg ist, dass ich heute keine den Blutzucker senkenden Medikamente mehr brauche, und das bei stoffwechselgesunden Blutzuckerwerten.

Erst einmal empfehle ich, den Blick auch über den Tellerrand hinaus zu wagen.

Kein ständiges Piksen und Blutzuckermessen mehr und keine Angst, Opfer einer Unterzuckerung zu werden. Sich nicht mehr tagtäglich um eine chronische Krankheit kümmern zu müssen, bedeutet Freiheit und so viel mehr an Lebensqualität.

Dazu haben sich fast 60 Kilo Übergewicht von dannen gemacht und ich bin aktiver denn je. Dabei esse ich auch heute noch immer für mein Leben gerne und überaus gut. Nur eben etwas anders als früher.

Was raten Sie anderen Betroffenen, die eine dauerhafte Veränderung der Lebensweise anstreben?

Erst einmal empfehle ich, den Blick auch über den Tellerrand hinaus zu wagen. Dass Low Carb ein probates Mittel ist, die Diabeteserkrankung in die Schranken zu weisen, hat mir in der obligatorischen Schulung niemand erzählt.

Die Betroffenen müssen selbst aktiv werden und die vermeintliche Komfortzone verlassen, Eigenverantwortung übernehmen und vor allen Dingen Vorurteile gegenüber anderen Ernährungsformen und Lebensweisen abbauen. Nicht einfach glauben, was man von Dritten gehört hat, sondern selbst ausprobieren.

Als Diabetiker weniger Kohlenhydrate zu essen, ist nicht das Ende der Welt, sondern ein sehr genussvoller Start in eine gesündere Zukunft mit mehr Lebensqualität. Die Perspektive ändern, sich mit Mut auf Neues einlassen und dabei eigene Erfahrungen machen, rate ich jedem Diabetesbetroffenen.

Diabetes go home!

Den Diabetes Typ 2 mit Genuss und Freude in die Schranken weisen! Die Zahl der Diabetiker wird größer und größer – der Schock über die Diagnose bleibt.

Aber es geht auch anders! Selbst mit dem gesundheitlichen Warnschuss konfrontiert, beschreibt Bettina Meiselbach in ihrem Buch, wie sie aus eigener Kraft die Diabeteserkrankung erfolgreich zurückgedrängt hat.

Inzwischen medikamentenfrei, nimmt sie die Leser mit auf eine Reise in die Welt des Diabetes und zeigt ihren persönlichen Weg auf, der Krankheit zu entrinnen.

Ihr kurzweiliger und informativer Erfahrungsbericht macht betroffenen Menschen Mut, dem „Zucker“ selbst ein Bein zu stellen. Wie dieses Umdenken der Autorin 60 Kilogramm Gewicht, den alten Job und die Diabeteserkrankung gekostet hat, erzählt dieses Buch.

Das Buch ist seit dem 26. September 2016 erhältlich, systemed Verlag.