Vorausgesetzt ist, dass beide Partner nicht an eingeschränkter Fruchtbarkeit leiden und sie zum richtigen Zeitpunkt Sex haben. Bleibt die Schwangerschaft auch nach einem Jahr noch aus, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.

Schätzungen zufolge ist jedes zehnte deutsche Paar ungewollt kinderlos. Wenn keine anatomischen oder genetischen Ursachen vorliegen, sind es häufig viele verschiedene Faktoren, die die Fruchtbarkeit eines Paares beeinträchtigen. Einige davon lassen sich schon durch Änderungen des Lebensstils oder eine Hormontherapie beheben.

Lebensstilfaktoren

Rauchen, Alkohol, Stress oder Gewichtsprobleme können den Hormonhaushalt stören und so die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen vermindern. Sowohl Über- als auch Untergewicht können dazu führen, dass der Eisprung ausbleibt oder die Qualität der Spermien abnimmt.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Funktion der Eierstöcke ab.

Auch starke körperliche Belastung, zum Beispiel bei Athletinnen, kann den weiblichen Zyklus durcheinanderbringen. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige moderate Bewegung und der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten erhöhen die Chancen auf eine Schwangerschaft.

Alter

Mit zunehmendem Alter nimmt die Funktion der Eierstöcke ab. Im Schnitt versiegt die Hormonproduktion in den Eierstöcken einer Frau mit 52 Jahren.

Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch sollten auch die Schilddrüse untersuchen lassen.

Doch schon Jahre vorher werden Eisprünge seltener und die Blutung wird unregelmäßig. Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft sinkt von 25 Prozent pro Zyklus um das 20. Lebensjahr auf zwei Prozent mit 40 Jahren.

Außerdem steigt die Rate an Fehlgeburten nach 40 deutlich an.

Hormonstörungen

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist bei Frauen das häufigste hormonell bedingte Hindernis für eine Schwangerschaft. Eine gestörte Balance der Geschlechtshormone führt zu Zyklusproblemen, männlicher Körperbehaarung, Übergewicht und verminderter Fruchtbarkeit.

Normalerweise hat jede Frau nur einmal in 28 Tagen einen Eisprung.

Durch Gewichtsabnahme, viel Bewegung und eine Hormontherapie lassen sich die Chancen auf ein Kind verbessern. Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch sollten auch die Schilddrüse untersuchen lassen. Eine Über- oder Unterfunktion kann dazu führen, dass der weibliche Zyklus gestört wird und der Eisprung ausbleibt.

„Zeitmanagement“

Normalerweise hat jede Frau nur einmal in 28 Tagen einen Eisprung. Danach kann die Eizelle zwölf bis 24 Stunden befruchtet werden. Die Chance, dass dies gelingt, beträgt 25 Prozent bei Paaren, die zusammenleben.

Für Paare in Fernbeziehungen oder in Berufen, die mit räumlicher Trennung verbunden sind, sinkt die Chance auf unter fünf Prozent. Mithilfe einer Hormontherapie lässt sich unter Umständen der Eisprung einige Tage verschieben, sodass er zum Beispiel auf das gemeinsame Wochenende fällt.

Ein Kinderwunsch sollte kein unerfüllter Kinderwunsch werden. Eine gründliche Untersuchung und Beratung bei einem Experten oder einer Expertin für gynäkologische Endokrinologie – zum Beispiel in einer Kinderwunschsprechstunde, die manche Kliniken anbieten – kann mögliche Ursachen aufdecken und beim Schwangerwerden unterstützen.