Es geht nicht um „leichtes Übergewicht“, „schlechte Laune“ oder „dünne Haare“. Vorsorgeuntersuchungen konzentrieren sich auf die „ernstesten“ Krankheiten, die gut zu behandeln sind, wenn sie früh erkannt werden. Hierzu zählen die häufigsten Todesursachen, nämlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tumore.

Trotzdem bleibt die Zahl derer, die solche Untersuchungen in Anspruch nehmen, konstant niedrig: Nur knapp 50 Prozent aller Frauen über 20 gehen regelmäßig zur Krebsfrüherkennung, bei den Männern sind es noch nicht einmal 20 Prozent. Fatal, denn ein Gesundheitscheck kann Leben retten.

Ab wann welche Check-ups empfehlenswert sind, lesen Sie hier:

Bei Frauen

  • Ab 20: jährliche Genitaluntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs
  • Ab 30: jährliche Brustuntersuchung
  • Ab 50: Alle zwei Jahre Mammographie-Screening

Bei Männern

  • Ab 45: Jährliche Prostatauntersuchung, Genitaluntersuchung, Tastuntersuchung der Lymphknoten

Bei Beiden

  • Ab 18: Einmal pro Kalenderhalbjahr Zahnvorsorge-Untersuchungen; auch dann, wenn in derselben Sitzung eine Zahnsteinentfernung, Röntgenuntersuchung oder Sensibilitätsprüfung durchgeführt wurde
  • Ab 35: Jährliche Ganzkörperuntersuchung der gesamten Haut (Hautkrebs-Screening)
  • Ab 35: Alle zwei Jahre Check-up: Ganzkörperuntersuchung mit Blutdruckmessung, Blutproben zur Ermittlung der Blutzucker- und Cholesterinwerte, Urinuntersuchung, ausführliches Gespräch mit dem Arzt
  • Ab 50: Jährliche Dickdarm- und Rektum-Untersuchung, Test auf verborgenes Blut
  • Ab 50 (Männer) bzw. 55 (Frauen): Zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren, Test auf verborgenes Blut alle zwei Jahre

Vorsorge kostet Zeit

Das Hauptargument vieler Deutsche, warum sie nicht zur regelmäßigen Vorsorge gehen, ist die Zeit, doch ein hohes berufliches Engagement sowie familiäre Verpflichtungen erfordern einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Gesundheit. Zudem gibt es Gesundheitsscreening-Angebote, bei denen ein umfassender Check innerhalb von maximal zwei Tagen durchgeführt werden kann.