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Vorsorge, Anzeichen und Hilfsangebote bei altersabhängiger Makuladegeneration

Bei einer Begegnung mit dem Hochschullehrer fällt die Sehbehinderung auf den ersten Blick oft gar nicht auf. Professor Meffert legt viel Wert auf seine Eigenständigkeit und bringt dafür viel Disziplin auf. Dennoch sagt er: „Man sollte offen mit seiner Erkrankung umgehen, sie im Alltag thematisieren. Das war für mich am Anfang nicht leicht. Aber ich habe gelernt, Hilfe anzunehmen und mit der AMD zu leben.“

Auf welche Anzeichen sollte man achten?

Die AMD wird fälschlicherweise oft als Alterserscheinung hingenommen, da sie vor allem ältere Menschen ab 50 Jahren betrifft. Die Krankheit ist tückisch: Erst sieht man alles in einem leichten Nebel, dann verzerrt, die Mitte des Sehfeldes wird immer unschärfer. Im schlimmsten Fall bleiben nur noch wenige Prozent Sehfähigkeit. Deswegen sollte man im Alter regelmäßig den Augenarzt aufsuchen.

Welche Therapien sind möglich?

Es ist wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, der eine exakte Diagnose stellt. Für die trockene Frühform der Erkrankung gibt es keine gesicherte Therapie. Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel können hier unterstützen. Bei der selteneren, aber aggressiveren neovaskulären (feuchten) Form der Erkrankung werden Präparate in das Auge injiziert. Diese Therapie kann die Sehkraft erhalten und verbessern.

Was kann die Therapie unterstützen?

Untersuchungen belegen, dass das Management der AMD eine große Herausforderung in der Praxis darstellt. In der Praxis werden leider oft schlechtere Ergebnisse erzielt als in klinischen Studien. Das liegt auch am „Faktor Mensch“ auf Arzt- und Patientenseite. Es ist sehr wichtig, dass Patienten sich gut informieren und die Behandlung auch über einen langen Zeitraum fortführen. Hier unterstützt auch die neue Makula-App des AMD-Netzes: www.makula.app

Welche Hilfsangebote gibt es?

Es gibt vielfältige Hilfsmittel für den Alltag wie vergrößernde Sehhilfen und Bildschirmlesegeräte. Auch für Senioren bieten Smartphone und Tablet heute wichtige Funktionen wie beispielsweise Farb- oder Geldscheinerkennungen. Hier sollte man sich individuell, idealerweise zusammen mit Angehörigen, beraten lassen. Auf der Website des AMD-Netzes findet man Ansprechpartner in Wohnortnähe.

Warum haben Sie das AMD-Netz gegründet?

Ich selbst ging monatelang von einem Arzt zum anderen, fand aber nicht die Betreuung, die ich mir gewünscht hatte. Mit dem gemeinnützigen AMD-Netz wollten wir diese Versorgungslücke schließen. Auf der Website bekommt man Informationen zur Erkrankung sowie eine Übersicht über Hilfsangebote und Ansprechpartner. Das AMD-Netz ist über eine Hotline für Patienten und Angehörige erreichbar. Außerdem engagieren wir uns in der Vernetzung der verschiedenen Versorgergruppen und initiieren Forschungsprojekte.

Augenexperten haben eine App für Betroffene und Angehörige entwickelt.

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