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Kampf gegen den Herztod

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind seit vielen Jahren in Deutschland Todesursache Nummer eins. Gesundheitspolitische Strategien und ein vermehrtes Engagement seitens der Politik sind dringend nötig.

Zwischen 1985 und 2010 haben Fortschritte in der Kardiologie, wichtige Forschungsergebnisse und verbesserte Versorgungsstrukturen dafür gesorgt, dass die Sterblichkeit bei kardiovaskulären Erkrankungen in der westlichen Welt um 53 Prozent gesunken ist. Und dennoch gingen im Jahr 2016 in Deutschland 37,2 Prozent aller Todesfälle auf das Konto von Krankheiten des Kreislaufsystems – über 338.000 Menschen. Damit nehmen sie mit Abstand den traurigen Spitzenplatz ein.

Um diesem Missverhältnis entgegenzuwirken, fordert die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) einen nationalen Aktionsplan. Die geforderten Maßnahmen umfassen zum einen Pläne zu einer verstärkten Förderung der Forschung in Grundlagenwissenschaften, Translation und Klinik. Darüber hinaus müssen die Strukturen in der Patientenversorgung verbessert werden, damit Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen optimal nach den neuesten Erkenntnissen behandelt werden können.

„Ein großes und verbreitetes Missverständnis besteht darin, dass Herzerkrankungen allein durch die Behandlung von Risikofaktoren und einen gesunden Lebensstil vermieden werden können“, erklärt Prof. Hugo Katus, ehemaliger Präsident der DGK.

„Herzerkrankungen treten bei vielen Menschen auf, die sehr gesund leben und keine nennenswerten Risikofaktoren haben, einfach weil – ähnlich wie bei Tumorleiden – auch genetische Veranlagungen für die Entstehung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems verantwortlich sind. Es wäre zu kurz gegriffen, kardiologische Erkrankungen stets auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen.“

Dass auch viele junge Menschen an Herzerkrankungen leiden und versterben, ist in der öffentlichen Wahrnehmung meist nicht präsent. In der Altersgruppe der 15- bis 44-Jährigen sind im Jahr 2016 jedoch mehr Menschen an Erkrankungen des Kreislaufsystems verstorben als an Tumorerkrankungen. Eine nationale Initiative, wie sie nun von der DGK gefordert wird, soll unter anderem dazu beitragen, in das öffentliche Bewusstsein zu rücken, dass Herzerkrankungen nicht nur extrem häufig sind und ein langes Leiden verursachen, sondern oft einen vermeidbaren vorzeitigen Tod verursachen.
Analog zur besonders gelungenen „Dekade gegen Krebs“, die die Bundesregierung auf den Weg gebracht hat, muss auch der Herztod energisch bekämpft werden, verlangt die DGK.

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