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Strahlentherapie bei Brustkrebs

Bei Brustkrebs sind unterschiedlichste Behandlungsalternativen möglich. Foto: Branislav Nenin via Shutterstock

Bei der Behandlung von Brustkrebs mittels Radiotherapie wurden in den letzten Jahren individualisierte Konzepte entwickelt, wie die IMRT oder IORT.

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Prof. Frederik Wenz

Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Universitätsklinikum Mannheim

Sie ermöglichen eine an die Patientin angepasste Behandlung. Die Radiotherapie entwickelt sich hin zu personalisierten, individualisierten und risikoadaptierten Konzepten bezogen auf die Dosis, die Bestrahlungsvolumina und die Technik wie z.B. Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) oder intraoperative Radiotherapie (IORT). Nachdem lange Zeit eine tangentiale Ganzbrustbestrahlung über 5 Wochen der Therapiestandard für alle Patientinnen nach brusterhaltenden Operation war, wurden in den letzten 10 Jahren mehrere, an die individuelle Risikokonstellation der Patientin angepasste Konzepte, entwickelt, in klinischen Studien getestet und in die Leitlinien übernommen.

Die Tangentenbestrahlung mit zwei schräg opponierenden Feldern wird relativ gut toleriert, wobei abhängig vom Body Mass Index (BMI), der Brustgröße, der systemischen Therapie und dem Rauchverhalten bis zu 60% der Patientinnen ein Erythem Grad I und 5 – 10% ein Erythem Grad II entwickeln. Speziell die Einführung der tangentialen IMRT statt der einfachen Homogenisierung über Keilfilter hat zu einer deutlichen Senkung der akuten Hautreaktionen geführt, was eindrücklich in Phase III Studien demonstriert wurde.

Da die meisten Lokalrezidive am ursprünglichen Tumorbett auftreten, wurden Konzepte zur Teilbrustbestrahlung entwickelt, wobei bei selektionierten Patientinnen nur das erweiterte Tumorbett bestrahlt wird. Da aufgrund der Dosis-Volumenbeziehung für Nebenwirkungen bei kleinem Volumen höhere Dosen pro Fraktion möglich sind, kann eine erhebliche Verkürzung der Therapieserie auf 1 – 5 Tage erreicht werden, daher die Bezeichnung akzelerierte Teilbrustbestrahlung.

Die Extremform stellt die einmalige Bestrahlung während der Operation (IORT) dar. Hierzu wurden aktuell zwei prospektiv randomisierte Studien (TARGIT, ELIOT) publiziert, so dass sich zunehmend ein Patientenkollektiv von älteren Patientinnen mit kleinem Tumor herauskristallisiert, bei dem dieser neue patientenfreundliche Therapieeinsatz zum Einsatz kommt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie unter: www.UMM.de/98.0.html

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