Als sie zum ersten Mal in der Sprechstunde sitzt, spricht die Patientin nicht über Stadien oder Therapiepläne. Sie schildert, dass sie ihr Kind kaum noch auf dem Schoß halten kann, dass selbst kurze Wege schmerzen und Sport fast unmöglich ist. Für Dr. Marc André Quambusch, Chefarzt des Contilia Lipödemzentrums im St. Josef-Krankenhaus Essen Kupferdreh, sind solche Berichte Alltag. „Viele Betroffene haben einen langen Leidensweg hinter sich und verlieren über Jahre an Lebensqualität“, sagt er.
Voraussetzungen für den Weg zur Operation
Der Termin im spezialisierten Zentrum ist meist mit großen Erwartungen verbunden – und mit umfangreicher Vorarbeit. Nahezu alle Patientinnen haben zuvor konsequent konservative Maßnahmen wie Kompressionstherapie, Bewegung, Ernährungsumstellung und Lymphdrainage umgesetzt. Diese Schritte sind nicht nur therapeutisch wichtig, sondern auch Voraussetzung für eine mögliche Kostenübernahme durch die Krankenkassen, die einen mindestens sechsmonatigen Nachweis verlangen. „Die Betroffenen müssen zahlreiche Kriterien erfüllen. Welche das sind, haben wir in einer Checkliste zusammengefasst“, erläutert Quambusch. Erst danach kommt die Liposuktion als operative Option infrage.
Realistische Ziele statt Heilungsversprechen
Gleichzeitig warnt der Mediziner vor falschen Versprechen. „Das Lipödem ist eine chronische, hormonabhängige und genetisch mitbedingte Erkrankung. Die Operation ist kein Heilmittel“, betont er. Ziel sei vielmehr eine Remission, also ein langfristiger Stillstand durch die Entfernung des krankhaft veränderten Fettgewebes. In erfahrenen Zentren wie dem Contilia Lipödemzentrum zeigt sich dann eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit mit einer Rückfallquoten von unter zehn Prozent. „Mit der Zahl der Eingriffe wächst die Sicherheit und die Nachhaltigkeit der Ergebnisse“, so Quambusch.

In einem spezialisierten Zentrum mit erfahrenen Operateur:innen liegt die Rückfallquote nach Liposuktion bei unter zehn Prozent.
Planbarer Eingriff mit strukturierter Nachsorge
Die Liposuktion gilt als etabliertes Verfahren mit überschaubaren Risiken. Vorübergehende Schwellungen, muskelkaterähnliche Beschwerden oder Flüssigkeitsansammlungen gehören zum üblichen Heilungsverlauf und sind in der Regel gut behandelbar. Eine passgenaue Kompressionsversorgung ist dabei zentral. „Nach den Liposuktionen kann befundabhängig überschüssige Haut verbleiben, die manche Patientinnen als störend und einschränkend empfinden. Auch diesbezüglich werden die Patientinnen für eine mögliche Straffungsoperation im Lipödemzentrum beraten, betreut und unterstützt, diese ist allerdings erst nach dem sogenannten Heiljahr sinnvoll“.
Langfristige Eigenverantwortung bleibt entscheidend
Auch nach erfolgreicher Operation bleibt ein aktiver Lebensstil wichtig. Regelmäßige Bewegung und Gewichtsstabilität tragen dazu bei, das Ergebnis zu sichern. „Viele Patientinnen können konservative Maßnahmen deutlich reduzieren, manche benötigen Kompression nur noch zeitweise oder gar nicht mehr. Das ist individuell sehr unterschiedlich“, so Quambusch.
Messbarer Erfolg im Alltag
Was sich verändert, zeigt sich im Alltag: „Die meisten berichten schon nach dem ersten Eingriff von mehr Energie, weniger Schmerzen und deutlich gesteigerter Lebensqualität“, sagt Quambusch. Die Patientin aus der Sprechstunde kommt nach der Liposuktion Monate später zur Kontrolle, erzählt von einem Ausflug auf den Spielplatz und davon, dass ihr Kind wieder auf ihrem Schoß sitzt. Für Quambusch ist das der eigentliche Maßstab des Erfolgs.
Es geht nicht nur um Zentimeter oder Volumen. Es geht darum, dass die Frauen ihr Leben zurückbekommen.
Dr. med. Marc André Quambusch
Chefarzt, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

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Contilia Lipödemzentrum
St. Josef-Krankenhaus Essen Kupferdreh
Heidbergweg 22-24
45257 Essen
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