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Allergien und Atemwege

Kontaktallergien: Wenn aus Alltag Auslöser werden

Foto: Shutterstock, 2192626967

Kontaktallergien gehören zu den häufigsten Ursachen für entzündliche Hautreaktionen, sogenannten Ekzemen. Etwa 20 % der Bevölkerung sind gegen mindestens ein Kontaktallergen sensibilisiert (positiver Hauttest) – also etwa jeder Fünfte der Menschen in Deutschland. Laut epidemiologischen Schätzungen sind das über 10 Millionen Menschen, die sensibilisiert sind. Bei ungefähr 6 Millionen zeigen sich auch tatsächliche Beschwerden, also z. B. ein allergisches Kontaktekzem.

Typisch sind Rötung, Juckreiz, Spannungsgefühl, Bläschen und schmerzhafte Risse – meist genau dort, wo die Haut mit dem Auslöser in Berührung kam. Charakteristisch ist außerdem der Spättyp: Die Beschwerden treten oft erst Stunden – bis zu drei Tage nach dem Kontakt auf, was die Spurensuche erschwert. Eine Kontaktallergie gilt als nicht heilbar; entscheidend ist daher, den Auslöser zu identifizieren und konsequent zu meiden.

Sonja Lämmel

Dipl.-Oecotrophologin

Was löst Kontaktallergien aus?

Auslöser sind meist kleine Moleküle (Haptene), die allein noch keine Allergie auslösen können – aber wenn sie sich an körpereigene Proteine (Eiweiße) binden, werden sie für das Immunsystem „sichtbar“ und können dann eine allergische Reaktion verursachen. Der Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK) nennt als häufige Kontaktallergene u. a. Nickel, Duftstoff-Mix, Konservierungsstoffe (z.B. Methylisothiazolinon (MI) oder MCI/MI) oder Bestandteile von Schuhen (z.B. Chromate). Insgesamt sind über 4.000 Substanzen als Auslöser allergischer Hautreaktionen beschrieben. Nicht selten trifft es Menschen mit bereits gereizter oder geschädigter Hautbarriere. Was für viele gut verträglich ist, kann dann zum Problem werden.

Diagnostik: Der Epikutantest ist zentral

Ob eine Kontaktallergie vorliegt, klärt die Dermatologie mit dem Epikutantest (Pflastertest): definierte Allergene werden auf den Rücken aufgebracht und nach standardisierten Zeitpunkten abgelesen – weil Reaktionen verzögert auftreten können. Der wichtigste Punkt, bei der Interpretation der Ergebnisse: Handelt es sich um eine Sensibilisierung (nur positiver Hauttest – ohne klinische Relevanz), eine klinisch relevante Reaktion oder „nur“ um eine irritative Reizung? Davon hängen Beratung, Vermeidung und ggf. Therapie ab.

Behandlung und Alltag: Meiden – aber richtig

Akute Ekzeme werden ärztlich behandelt (z. B. entzündungshemmend), langfristig zählt vor allem: Allergen konsequent vermeiden und die Hautbarriere stabilisieren. Der DAAB betont, dass kompletter Verzicht auf Pflegeprodukte keine Lösung ist – gereizte Haut braucht gut verträgliche Pflege, um ihre Schutzfunktion wieder aufzubauen. Praktisch heißt das: Auslöser identifizieren, Inhaltsstofflisten (INCI-Listen) auf den Produkten verstehen, Alternativen finden – und bei wiederkehrenden oder schweren Verläufen frühzeitig fachärztlich abklären lassen.

Das DAAB-Logo für Kosmetika, Pflege-, Wasch- und Reinigungsprodukte kennzeichnet Produkte, die nach strengen allergologischen Kriterien geprüft wurden. Es bietet Verbraucherinnen und Verbrauchern mit empfindlicher oder allergiegefährdeter Haut eine verlässliche Orientierung bei der Produktauswahl. Das Siegel steht für Transparenz, unabhängige Bewertung und das Ziel, das Risiko für Kontaktallergien möglichst gering zu halten. Die Produkte sind frei von den häufigsten Allergieauslösern. Eine Liste kann kostenfrei beim DAAB angefordert werden: [email protected]

Weitere Informationen unter:

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