Psoriasis begleitet Anna (@psoriasisworld) seit vielen Jahren – mit Höhen und Tiefen. Im Interview erzählt sie, wie sie gelernt hat, mit Rückschlägen umzugehen und warum Selbstakzeptanz dabei eine zentrale Rolle spielt.

Wie gehst du mit Phasen um, in denen sich deine Haut plötzlich wieder verschlechtert?
Da ich Psoriasis seit über 20 Jahren kenne, packt es mich emotional nicht mehr so wie früher – und dennoch tut es manchmal weh, wenn ein starker Schub kommt. Ich versuche dann bewusst, mir Dinge zu gönnen, die mir Leichtigkeit geben: Zeit mit Familie und Freunden, Bewegung, Musik oder einfach Natur. Parallel schaue ich, was mir akut helfen kann – ob durch Bäder, Mikronährstoffe oder systemische Therapieansätze. Ich glaube fest daran, Psoriasis von innen heraus zu begegnen, nicht nur von außen zu behandeln.
Welche Faktoren oder Trigger haben bei dir besonders großen Einfluss auf deine Haut?

Die meisten Trigger habe ich über die Jahre selbst herausgefunden: Stress, Infekte, Alkohol, Sauna – und überraschenderweise auch zu viele Klimazonenwechsel in kurzer Zeit. Auch nach Impfungen reagiert meine Haut manchmal sensibler. Das Paradoxe daran: Manchmal läuft alles rund, und trotzdem bricht ein Schub aus.
Das zeigt mir immer wieder, wie komplex und unberechenbar diese Erkrankung ist.
Was hat dir dabei geholfen, mehr Selbstvertrauen im Umgang mit deiner sichtbaren Hauterkrankung zu entwickeln?
Ich stand immer dazu – nicht weil es leicht war, sondern weil ich es musste. Die Psoriasis war stets sichtbar, also blieb mir nichts anderes übrig, als sie zu akzeptieren. Meine Familie hat dabei eine tragende Rolle gespielt: Ich wurde nie dazu gebracht, mich zu verstecken, sondern immer bestärkt, offen damit umzugehen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen – persönlich und über Social Media – gibt mir bis heute unglaublich viel.
Welche Bedeutung hat es für dich, deine Erfahrungen öffentlich zu teilen und andere Betroffene zu unterstützen?
Es ist meine Mission: mehr Bewusstsein schaffen und zeigen, dass niemand damit allein ist. Regelmäßig erreichen mich Nachrichten voller Dankbarkeit – und genau dafür mache ich das. Menschen mit frischer Diagnose möchte ich mitgeben: Versucht, die Erkrankung zu verstehen und herauszufinden, was eurem Körper guttut. Es ist ein Weg des Ausprobierens – aber er lohnt sich.
Denn Psoriasis ist auch eine Art, wie unser Körper mit uns spricht. Wir sollten lernen, ihm zuzuhören.




