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AUGENGESUNDHEIT 50+: Warum Vorsorge jetzt entscheidend ist

Foto: Unsplash

Gutes Sehen ist Lebensqualität – doch mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Augenerkrankungen. Besonders häufig treten die altersabhängige Makula-Degeneration (AMD), das diabetische Makulaödem (DMÖ) und der Graue Star (Katarakt) auf. Meist entwickeln sich diese Augenerkrankungen schleichend und bleiben lange unbemerkt. Umso wichtiger ist es, Warnzeichen ernst zu nehmen und regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.

Dr. Sandra Jansen

Fachreferentin Diagnose und Forschung,
PRO RETINA Deutschland e. V.

AMD: Die unterschätzte Volkskrankheit

Die AMD betrifft die Makula – den Punkt des schärfsten Sehens auf unserer Netzhaut. Sie ist entscheidend für das Lesen, Autofahren oder das Erkennen von Gesichtern. In frühen Stadien zeigen sich oft nur Ablagerungen auf der Netzhaut. Erst später kommt es zu Einschränkungen im zentralen Sehfeld. Therapeutisch unterscheidet man zwischen der trockenen AMD, die meist langsam voranschreitet, und der feuchten AMD, die innerhalb kurzer Zeit zu einem deutlichen Sehverlust führen kann. Für die trockene AMD stehen bislang verlaufsverzögernde Maßnahmen im Fokus, etwa die Kontrolle von Risikofaktoren und eine angepasste Ernährung. Die feuchte AMD kann heute mit der sogenannten Anti-VEGF-Therapie wirksam behandelt werden. Entscheidend ist ein frühzeitiger Therapiebeginn, um möglichst viel Sehkraft zu erhalten.

Diabetes im Blick: Risiko für die Augen

Menschen mit Diabetes können ein diabetisches Makulaödem entwickeln. Dabei lagert sich Flüssigkeit in der Netzhaut ein. Die Folge: verschwommenes Sehen und ein zunehmender Verlust an Sehschärfe. Neben einer guten Blutzuckereinstellung stehen moderne medikamentöse Therapien zur Verfügung, um die Netzhautschwellung zu reduzieren.

Katarakt: Gut behandelbar

Der Graue Star, medizinisch Katarakt, ist eine Trübung der Augenlinse, die fast jeden Menschen im höheren Alter betrifft. Farben wirken blasser, Kontraste schwächer, Licht blendet stärker. Die gute Nachricht: Der Katarakt lässt sich heute in der Regel sehr erfolgreich operieren – ein kurzer Eingriff kann die Sehqualität deutlich verbessern.

Früherkennung und Lebensstil

Neben dem Alter spielt auch der Lebensstil eine wichtige Rolle. Rauchen, intensive UV-Belastung oder eine unausgewogene Ernährung können Augenerkrankungen begünstigen. Umgekehrt kann eine gesunde Lebensweise schützen. Obst und Gemüse etwa liefern wichtige Nährstoffe für die Netzhaut.

Durch regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt können Erkrankungen frühzeitig erkannt werden. So können bei der feuchten AMD und dem DMÖ zeitig eingeleitete Therapien das Fortschreiten verlangsamen und die Sehkraft erhalten.

Hilfsmittel: Selbstständig im Alltag bleiben

Wenn die Sehkraft nachlässt, erlauben Hilfsmittel, den Alltag weiterhin eigenständig zu gestalten: Vergrößernde Sehhilfen wie Lupen, Bildschirmlesegeräte oder spezielle Apps erleichtern das Lesen. Sprechende Geräte – etwa Uhren, Küchenwaagen oder Smartphones mit Vorlesefunktion – unterstützen im Haushalt und unterwegs. Kontrastreiche Markierungen an Alltagsgegenständen und spezielle Beleuchtungssysteme helfen bei der Orientierung. Darüber hinaus gibt es digitale Hilfen wie Texterkennungs-Apps oder Navigationslösungen für sehbeeinträchtigte Menschen. Individuelle Beratung durch geschulte Beraterinnen und Berater, etwa durch die Patientenselbsthilfeorganisation PRO RETINA Deutschland e. V., hilft dabei, passende Hilfsmittel zu finden und optimal zu nutzen.

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