Das Glaukom, viele kennen es eher als „Grüner Star“, ist eine der häufigsten Ursachen für Sehverlust. In Deutschland sind knapp eine Million Menschen betroffen. Ein kleiner Eingriff kann dazu beitragen, die Lebensqualität im Hinblick auf das Sehvermögen zu verbessern.1
Klassische Therapie
Ein Glaukom verläuft in den frühen Stadien meist symptomfrei, sodass es unentdeckt bleiben kann, während es im weiteren Krankheitsverlauf irreversible Schäden am Sehnerv verursacht.2 Zu Beginn der Behandlung werden in der Regel Tropfen eingesetzt, die sich die Betroffenen selbst verabreichen. Sie sollen den Augendruck senken und das Fortschreiten der Erkrankung bremsen. Aber: Tropfen müssen regelmäßig angewendet werden, häufig sogar mehrmals täglich, manche haben außerdem Nebenwirkungen wie gerötete, brennende Augen. All dies sind Gründe, weshalb viele die Therapie abbrechen.3
Es gibt Alternativen
Was viele nicht wissen: Es gibt heute sehr gute weitere Behandlungsoptionen. Etwa den iStent inject®W oder den iStent infinite®, winzige „Kanäle“, die bei einer minimalinvasiven Operation ins Auge eingesetzt werden und den natürlichen Abfluss des Kammerwassers verbessern. Langzeitdaten zeigen, dass der Augeninnendruck über einen langen Zeitraum gesenkt werden kann, 5-Jahresdaten zufolge um etwa 40 Prozent.4 Viele Patienten benötigten zudem deutlich weniger Medikamente und fast die Hälfte war nach fünf Jahren noch medikamentenfrei. 4 Weitere Vorteile: Der Eingriff gilt als sehr schonend und kann meist mit einer ohnehin geplanten „Grauer Star“-Operation kombiniert werden.
Aufklärung ist gefragt
Trotz der positiven Ergebnisse erfahren viele Patienten erst spät oder gar nicht von dieser Therapie.5 „Es braucht weitere Aufklärung, um eine veränderte Herangehensweise zu etablieren, das heißt, auch minimalinvasive Verfahren früher zum Einsatz zu bringen“, sagt Dr. Andreas Cordes, Facharzt für Augenheilkunde in der Augenärztlichen Praxis im Sehwerk, Bonn. Seine Erfahrung: „Die Patienten sind meist sehr zufrieden. Viele sind erleichtert, weniger oder gar nicht mehr tropfen zu müssen, und wenn das Auge nicht mehr brennt oder gerötet ist. Und natürlich entlastet es, wenn die Sorge vor einem Fortschreiten des Glaukoms nachlässt.“ Ob ein iStent inject®W oder iStent infinite® infrage kommt, hängt unter anderem vom Krankheitsverlauf ab. Doch es kann sich lohnen, den Arzt direkt danach zu fragen. Denn manchmal kann ein kleiner Eingriff einen großen Unterschied machen und die Lebensqualität deutlich verbessern.1
Referenzen
1 Samuelson, Thomas W., et al. American Journal of Ophthalmology 229 (2021): 220-229.
2 Harasymowycz, Paul, et al. Journal of ophthalmology 2016.1 (2016): 650980
3 Nordstrom, Beth L., et al. American journal of ophthalmology 140.4 (2005): 598-e1
4 Hengerer, Fritz H., Gerd U. Auff arth, and Ina Conrad-Hengerer. Advances in Therapy 39.3
(2022): 1417-1431.
5 Glaukos Germany GmbH – data on file 2019
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